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Praktische Hinweise - Verschiffung S-Amerika-Europa                                                                              

Stand: 23.08.2007  

Verschiffung von Argentinien nach Europa

Wegen unseres gedrängten Zeitplanes wollten wir nicht mit dem Schiff von Buenos Aires aus nach Europa zurückkehren, sondern wie schon bei der Hinfahrt, das Fahrzeug als Fracht aufgeben und selber fliegen.
Ca. 4 Monate vor unserer geplanten Heimreise haben wir uns bei einer Agentur in Deutschland nach möglichen Terminen und den Buchungsmöglichkeiten für die Verschiffung unseres Fahrzeugs über Grimaldi erkundigt. Es wurde uns mitgeteilt, dass  die Termine erst ca. 2 Monate vorher feststehen und auch dann erst eine Buchung möglich ist.
Als wir Ende März dort wieder anfragten, hatte der Agent die Firma verlassen und der Nachfolger sah sich wohl nicht in der Lage unsere Mails überhaupt zu beantworten. Daraufhin versuchten wir es bei der Agentur Turner von Grimaldi in Buenos Aires. Die Ansprechpartnerin bei commercial@turner.com.ar Ines Carpentier befasste sich erst mit uns, als wir dort angerufen haben. Nach einigen Tagen bekamen wir die Auskunft über die Termine und die Preise:

Buenos Aires/Hamburg
1 used vehicle - Motorhome
Dim.: L. 6.25 x W. 2.20 x H. 3.20 = 44 cbm
Weight: 5.4 tons

Ocean Freight: Usd 450/LM = Usd 2.812,50
Bunker Surcharge: Usd 20/cbm = Usd 880.-
Toll: Usd 15 per ton = Usd 81.-
Bill of Lading Fee: Usd 42.50

Port Terminal Charges (to be confirmed by the terminal)
Thc: Usd 11 per ton + vat 21%
Per unit : Usd 96 + vat 21%
Wharfage : Usd 1.50 por ton + vat 21%
Custom inspection : Usd 20 + vat 21%
I.S.P.:Usd 0.50 por ton + vat 21%

Eine verbindliche Buchung war aber trotz mehrmaliger Versuche nicht möglich (Begründung: Platzprobleme).
Ein Versuch, die Buchung über Seabridge in Deutschland durchzuführen, scheiterte an der fehlenden Bestätigung von Grimaldi. Andere Agenturen in Deutschland antworteten nicht einmal auf unsere Mails.

Die Gefahr, im winterlichen Buenos Aires festzusitzen, war uns zu gross, so haben wir uns in Cusco (das war der point of no return) für die Alternative über Kolumbien entschieden.

Von Turner erhielten wir übrigens am 20.6. eine Zusage für das Schiff am 3.7. . Da waren wir aber schon in Ecuador.

 

Verschiffung von  Kolumbien nach Europa

!!!! Leider hat die Hornlinie zum 1.1.2010 ihren Betrieb eingestellt!!!

Wir haben per Email bei der Hornlinie gebucht. Fr Güttel ( sguettel@hornlinie.com) ist sehr freundlich, kompetent und beantwortet an sie gerichtete Emails in Rekordzeit. Und das in einer Branche, wo man froh sein muss, dass man überhaupt eine Antwort bekommt.
Die Schiffe fahren wöchentlich von Cartagena über Costa Rica nach Antwerpen, abwechselnd ein Fracht- und ein RoRo-Schiff (Fahrtzeit 18 Tage).
       
Passagepreis: p.P./Horn-Schiffe:     1.330 EUR + 80 EUR einmalige Hafengebühr
                            p.P./Carrier-Schiffe: 1.160 EUR + 80 EUR einmalige Hafengebühr

Frachtrate:       Cartagena - Antwerpen: USD 50,- cbm + 13,50 USD Bunkerzuschlag  

Transport auf dem Carrier - Schiff : Ladung/Transport nur an Deck möglich - es wird versucht, es geschützt zu stauen, also zwischen Containern, Lo/Lo (lift on/lift off).
Transport auf dem Horn - Schiff : Ladung/Transport in der Garage, Ro/Ro (roll on / roll off).

Die Kabinen sind je nach Saison weit im voraus ausgebucht. Bis 2 Monate vor Reisebeginn beträgt die Stornogebühr pro Person 50.- Euro, Fracht frei.

Die Zoll-Abwicklung vor Ort muss man selber machen und bezahlen. Man kann sich die Sache auch durch einen Agenten erleichtern lassen (Kosten 120.- Euro). Eine knappe Woche Vorlaufzeit sind nötig, insbesondere weil das Schiff Montag ausläuft und man sicherheitshalber alles bis Freitag erledigt haben sollte.
Die Zollformalitäten sind kostenlos, die Hafengebühr beträgt ca. 60.- Euro für ein Fahrzeug unter 20 cbm, ca. 100.- Euro zwischen 20 cbm und 40 cbm und ca. 140.-  drüber.

Vorbereitungen (ein Vormittag):

Bei Maritrans LTDA (Cartagena, Edificio Caja Agraria, 3. Stock, Email: maritctg@enred.com)  vorsprechen. Das ist die Agentur der Hornlinie , der Ansprechpartner heisst Johnny J. Garay und ist ein ziemlicher Schnarcher.  Der Chef heisst Jose .... und scheint deutlich effizienter. Dort bekommt man ein Schreiben für den Zoll und Hafen mit dem Namen des Schiffes, Termin, dem eigenen Namen und den Fahrzeugdaten. Weitere Unterstützung wird nicht gegeben, die Verpflichtung eines Zollagenten scheint gewünscht zu sein.
Klären, dass die Bill of Lading der Kapitän bekommt und an einen weitergibt.
Kopien vom Pass (1.Seite und Einreisestempel) des Fahrzeughalters, vom Zoll-Einreisepapier der DIAN, vom nationalen oder internationalen Fahrzeugschein und dem Schreiben der Agentur (jeweils 5 Stück).
Zum Zoll = Aduana = DIAN (im Ortsteil Manga Calle 28 Av. 3a) zu einer von der Agentur benannten Person. Dort wird in einem Gebäude ein Stapel gemacht aus den Papieren und im anderen wird eine laufende Nummer auf den Stapel gestempelt und auf das Schreiben von der Agentur. Der Stapel bleibt dort, das Schreiben nimmt man mit. Die Sachbearbeiterin sprach gut Englisch und sagte, dass wir gleich nach der Abgabe zu ihr zurück kommen sollten.

Abgabe des Fahrzeugs im Hafen (Freitag):

Normalerweise Freitag , mit sehr guten Nerven am Montag möglich, da das Schiff aber manchmal schon früher kommt, ist das nicht empfehlenswert. Samstag wird nur halbtags gearbeitet, das ist möglicherweise zu kurz.
Fahrt zum Terminal de Contecar (Kilometro 1 via a Mamonal N  10° 22,610' W 75° 30,290') . Dort fragt man sich in dem Gebäude links hinten zum richtigen Schalter durch. Man muss draussen einige Formulare kaufen (aufschreiben lassen) und ausfüllen, dann wird ein Wareneingangsschein erstellt. Die Nachfrage beim Zoll ergab, dass wir noch ein Schreiben brauchen, das Auto Comisorio heisst. Also mussten wir zurück zur DIAN und das Dokument (war schon vorbereitet) holen. Danach wurden die Fahrzeuge über eine Waage gefahren und im Innenbereich abgestellt. Schlüssel kann man wieder mitnehmen. Daraufhin wird eine Rechnung erstellt (s.o.), die man in baren Pesos an einem Schalter einbezahlt, beim nächsten wird die Zahlung quittiert und bei einem weiteren endgültig bestätigt. Durch die Taxifahrt konnten wir die Abgabe nicht vor 12 Uhr erledigen. So mussten wir bis nach der Mittagspause (bis 14 Uhr) warten. Es gibt eine Kantine mit klimatisiertem Bereich, das Bürogebäude ist ebenfalls klimatisiert. Danach waren wir nochmal bei der DIAN und die Dame meinte, so wäre das noch nie gelaufen. Am besten explizit nach dem Dokument 'Auto Comisorio' fragen und es evtl. vor der Abgabe noch abholen.

Verladung und Einschiffung (Montag):

Montag früh mit Gepäck zu Maritrans LTDA (Cartagena, Edificio Caja Agraria, 3. Stock, Email: maritctg@enred.com).  Dort wartet ein Taxifahrer/Führer, der einen zur Immigration und an das Terminal bringt. Dieser wollte zuerst 20.- $ pro Person (bei 4 Personen), war dann aber mit 20.- $ insgesamt zufrieden. Er bringt einen zur Immigration in Cartagena, wo man ohne Anstehen die Ausreisestempel bekommt. Sollte der Zuständige nicht greifbar sein, kann das wohl auch der Kapitän organisieren. 
Je nach Ankunftstermin des Schiffes kann man noch etwas unternehmen, wir sind direkt in den Hafen gefahren und haben dort bis ca. 14 Uhr gewartet.
Ein Mitarbeiter des Hafen brachte uns zu unseren Fahrzeugen und wir konnten diese direkt vor das Schiff fahren und unsere Kabinen beziehen. Gegen 17 Uhr kamen zwei junge Drogenkontrolleure (unser Gepäck war schon in der Kabine). Die Suche begann sehr ambitioniert, bei ca. 35 Grad sah man aber schnell ein, dass eine komplette Durchsuchung Stunden dauern würde und begnügte sich mit Stichproben.
Erst gegen 23 Uhr waren alle Container im Laderaum verstaut und wir konnten die Fahrzeuge reinfahren, die dann verzurrt wurden. Die Fahrzeugmasse wurden nicht überprüft.
Die Bill of Lading bekamen wir am nächsten Tag vom Kapitän.

Schiffsreise:

Die Horncliff hatte 6 Aussen-Kabinen mit 2 getrennten Betten und eine gleich grosse Eignerkabine mit Doppelbett und Kühlschrank.  Alle Kabinen sind geräumig und mit Fenstern zum Öffnen und Klimaanlage ausgestattet. Es gibt einen kleinen Pool , der täglich mit Meerwasser frisch befüllt wird, sofern man auf See ist und es nicht zuviel Wellen hat. Ausserdem Liegestühle und ein Sonnendeck ganz oben.
Das Essen ist recht gut, aber ziemlich deftig. Es gibt ein Frühstückbuffet, mittags und abends vier üppige Gänge und zwischendurch noch Kaffee und Kuchen. Getränke sind preiswert: 1,5 L Wasser 1.- Euro, 0,33 L Bier 1,20 Euro, 1 Flasche Wein 4.- - 8.- Euro, 0,02 L Schnaps 0,50 Euro. Die Gäste und Offiziere werden von 3 Stewards betreut. Die komplette Mannschaft war russisch/ukrainisch.
Der Sportraum ist mit einer Tischtennisplatte, einem Fahrrad und einem Laufband ausgestattet. Auslauf draussen auf dem Schiff ist kaum möglich.
Es gibt eine Waschmaschine und einen Trockner zur kostenlosen Benutzung.
Bis Costa Rica sind die Frachträume verschlossen, danach kann man ans Fahrzeug.  
Von Cartagena fährt man nach Turbo (Kolumbien), dort wird nur geankert. Dann geht es nach Moin (Costa Rica), dort kann man für einen Ausflug von Bord. 10 Tage später gibt es in Dover noch die Möglichkeit des Landgangs.

Ankunft:

Wir liefen am Freitag morgens in Antwerpen ein und konnten gegen 10 Uhr die Fahrzeuge über die Rampe entladen. Normalerweise sollte man dann einfach aus dem Hafen fahren können. Bei uns hatte die Agentur wohl die Papiere nicht vorbereitet und wir mussten ins Büro in die Stadt (dort haben wir dann auch noch 75.- Euro bezahlen müssen). Danach wussten wir nicht, ob wir überhaupt noch Freitag rauskommen oder bis Montag warten müssen. Um 15.30 Uhr gab's dann aber die Zollfreigabe. Sollte es spät sein, kann man vor dem Hafen auf einem Parkplatz übernachten.