Am Ziel

25.09.2017 - 02.10.2017

Ankunft in der Kapregion

Bei Lambertsbay, das ungefähr 250 km nördlich von Kapstadt liegt, treffen wir in Südafrika auf den Atlantik. Die Berge weichen zurück, das Gras wächst grün, Weizenfelder tauchen auf. Erstmals auf dieser Etappe fahren wir durch richtigen Regen. Ja, die Scheibenwischer funktionieren noch.

Mit Afrika hat das hier nichts mehr zu tun, wir fühlen uns eher wie an der Nordsee: Es gibt weiße Sanddünen, Sonnenschein und Wolken wechseln sich ständig ab, Möven kreischen im Fischerhafen, die Brandung tost. Wir kramen die winddichte Jacke hervor und beobachten auf Spaziergängen Robben, Pinguine, Tölpel und weit draußen sogar Wale.


Lambertsbay am Atlantik

Viele Seevögel

Überall gibt es leckeren, günstigen Fisch. Berühmt ist das rustikale Open-Air-Fischlokal Muisbosskerm südlich von Lambertsbay. Warm angezogen erscheinen wir abends in dem mit rustikalen Zäunen vom Wind geschützten Lokal. Wir bezahlen den Eintrittspreis, kaufen eine Flasche lokalen Weißwein und wählen einen der Tische, die rund um die „Küche“ aufgebaut sind. Auf diversen Grills brodeln Töpfe oder lodern Feuer. Kalte Vorspeisen, wie Matjes-Röllchen gibt es bereits, doch bis das richtige Buffet eröffnet ist, dauert es noch eine Weile. Die erste Flasche Wein ist schon fast leer, da geht es richtig los: Es gibt gegrillten und panierten Fisch, Salate, frisch gebackenes Brot, Curries und und und. Während mehrerer Stunden werden immer neue Leckereien, meist Fisch, aufgetischt. Der viele Wein und das gute Essen lässt uns die Kälte vergessen. Für die echten Südafrikaner werden gegen Ende noch Steaks gegrillt. Doch wir verweigern und gehen satt und zufrieden zurück zum Campingplatz gleich gegenüber.


Es lodert und brodelt im Fischlokal

Bald ist die erste Flasche Weißwein leer

Kapstadt

Ruhig fließt der Verkehr über die breiten, sechsspurigen Straßen. Wären da nicht die Townships, mit den einfachen Hütten der Armen, so könnte es sich auch um eine europäische Großstadt handeln. Wir nähern uns dem Zentrum von Kapstadt. Beim 5-Sterne „Table Bay“ Hotel, direkt an der Waterfront gelegen, finden wir eine Bleibe. Allerdings nicht in einem der mindestens 300$ teuren Zimmer, sondern auf dem Parkplatz. Um hier campieren zu dürfen, bestechen wir den Chef der Security mit ein paar Euro. So haben wir einen idealen Ausgangspunkt für Stadtbesichtigungen. Wir müssen nur durch eine Shoppingmall, schon stehen wir an der Waterfront mit dem Fischerhafen und den vielen Lokalen.

Zwei Dinge fallen sofort auf: Der Tafelberg über der Stadt und ein riesiges Segelschiff. Der Mast des Seglers überragt alle Gebäude, sogar das Riesenrad. Auf dem Heck parkt ein kleines Wasserflugzeug.

>>Ob dieser Segler wohl in Privatbesitz ist?<<

Eine kleine Informationstafel klärt uns auf:
Ja, diese Luxusjacht ist in privatem Besitz, der Eigentümer möchte aber nicht bekannt werden. Einige Daten (in Klammern unser Wohnmobil): 30.000 (200) Liter Wasser, 15 (2) Crew + 12 (0) Gäste, 50.000 (210) Liter Treibstoff.


Private Segelyacht im Hafen von Kapstadt.

Das Datenblatt dazu

Dank des wirklich guten Wetters gefällt uns die Waterfront auf Anhieb. Wir essen gut in einem der zahlreichen Open-Air Lokale, unternehmen einen ausgedehnten Spaziergang zu den Nobelappartements und zum Fischerhafen.

Am Morgen des nächsten Tages bricht Silvia ein Stück Zahn ab. Obwohl sie keine Schmerzen hat, muss kurzfristig ein Zahnarzt her. Wir haben Glück und finden eine Praxis gleich in der Nachbarschaft unseres Parkplatzes. Die Behandlung ist beeindruckend: Innerhalb von nur zwei Stunden kriegt Silvia eine perfekt sitzende Krone verpasst, eine Aktion die bei uns Wochen gedauert hätte. Der Preis entspricht ungefähr der Zuzahlung in Deutschland. Und vielleicht gibt ja die Reisekrankenversicherung auch noch etwas dazu?

Zwei Tage lang spulen wir das touristische Programm in Kapstadt ab. Sehr empfehlenswert für die Erkundung sind die roten Cabrio Sightseeing-Busse. Man kann an allen touristischen Punkten aus- und einsteigen und über Kopfhörer werden die Sehenswürdigkeiten erklärt. Wir besuchen den botanischen Garten, die bunten Häuser im Malayen-Viertel und fahren zur Talstation des Tafelberges. Auf eine Besteigung müssen wir erkältungsbedingt verzichten.
Außer einer Hafenrundfahrt ist auch eine Sundowner Fahrt auf den Signal Hill im Pauschalpreis enthalten. Von diesem Berg aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. Allerdings ist hier oben so viel los und es bildet sich ein chaotischer Stau, unter dem die Stimmung doch ziemlich leidet.


Malayenviertel

Waterfront am Abend

Blick vom Tafelberg Talstation …

… und vom Signal Hill

Als wir nach unserer Sundowner Tour ziemlich spät zurück im Wohnmobil sind, klopft es. Der Chef der Security steht an der Türe.

>>Tut mir leid, ihr müsst abfahren. Ich kriege sonst Ärger, Ihr werdet mich meinen Job kosten!<<

Es gelingt uns gerade noch, die Abfahrt auf den frühen Morgen zu verschieben. Dann verlassen wir Kapstadt, das wir als eine der schönsten Städte unserer K2K Tour in Erinnerung behalten werden.

Das Ende eines langen Reisekapitels

>>Sie haben das Ziel erreicht!<<

Zuverlässig und sachlich wie immer führt uns „Susi“ vom Navigationssystem an den südwestlichsten Punkts Afrikas. Das letzte Ziel unseres Reiseabschnitts vom Nordkap in Norwegen zum Kap der Guten Hoffnung in Südafrika.

Schon heute Morgen sind wir mit einem leichten Kribbeln im Bauch auf dem Campingplatz in Simonstown aufgewacht. Etwas Besonderes war zu spüren. Ohne gefrühstückt zu haben, legten wir die wenigen Kilometer bis zum Nationalpark zurück. Die Sonne strahlte, eine Herde Eland-Antilopen graste neben der Straße, das blaue Meer neben uns. Eine perfekte Kulisse. Dann sahen wir den Parkplatz mit dem Schild „Kap der Guten Hoffnung“ vor uns.

Niemand, außer den Möwen und ein paar Seelöwen ist hier. Wir steigen aus unserem treuen Reisefahrzeug „Benito“ und liegen uns in den Armen. Wir haben es geschafft!!! Mit einem Glas Sekt stoßen wir auf dieses für uns so besondere Ereignis an.


Nur noch ein paar Kilometer…

… dann sind wir am Ziel!!!

Wir kosten diese Momente aus, solange es geht. Als nach zwei Stunden der Ansturm der Touristen mit einem Bus voller Chinesen beginnt, brechen wir zu einer Wanderung auf. Das Wetter bleibt windstill und traumhaft schön.

Abends am Lagerfeuer, nach einer guten Flasche Rotwein, überfällt uns eine geradezu sentimentale Stimmung. Auch wenn wir vorhaben, noch viele Jahre zu reisen, so geht doch der wohl abenteuerlichste Teil unserer Weltreise zu Ende.
Obwohl, man weiß nie. Falls wir tatsächlich über die Westroute heimfahren sollten…

 

Ein wenig Statistik zur K2K-Tour (mehr…)
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