Reifenprobleme

Oktober 2016 - September 2017

Reifensorgen

Am Ende der Etappe „Ins südliche Afrika“ haben alle unsere Reifen haben Namen:

„Geschlitzte Flanke“: Bei einer Flussdurchquerung in Sambia durch einen Ast an der Flanke aufgeschlitzt. In Lusaka von einem Reifenflicker repariert. Sollte eigentlich nicht mehr zum Einsatz kommen.

„Japanischer Winterreifen“: Ersatz für einen in Sambia geplatzten Reifen. Passt nicht genau, ist etwas größer als die übrigen Reifen.

„Pecker in der Flanke“: Diesen Reifen haben wir schon mit einem unentdeckten Einstich in der Flanke von zu Hause als Reservereifen mitgenommen. Der Reifen hält die Luft.

„Stein Namibia“: Ein spitzer Stein durchbohrt den Reifen auf einer Piste in Namibia. Ein erster Flickversuch war erfolglos, doch ein professioneller Flicker sollte ihn schon noch reparieren können. Diese Hoffnung erwies sich als Trugschluss.

„Abgefahrener Hinterreifen“: Der Reifen sollte nur noch als Reserve dienen, kommt aber nochmals in den Dauereinsatz.

„Die ‚Guten‘ (Vorderreifen): Sind ebenfalls ziemlich abgefahren und weisen Risse auf.

Wer nachgezählt hat, kommt auf sieben Reifen. Wir sind also mit drei Reservereifen gestartet. Bis Sambia hatten wir keine einzige Reifenpanne, doch dann geht es Schlag auf Schlag. Innerhalb weniger Kilometer ist die Reifensituation desolat.


Reifenpanne in Sambia

Zerfetzter Reifen

Neue Reifen aus Europa müssen her

Da unsere Reifengröße in Afrika nicht erhältlich ist, ist klar: Es müssen neue Reifen aus Europa her.
Wir nutzen unseren Heimataufenthalt in Deutschland und können über Duncan von African Overlanders einen Reifentransport nach Kapstadt in Südafrika organisieren. Er stellt den Kontakt zu zwei Holländern her, die ihre Landrover nach Afrika in einem Container verschiffen. Sie nehmen unsere Reifen als Beiladung mit und das Zollproblem ist somit gelöst.

Zuhause haben wir noch fünf gute Reifen lagern. Ein sechster Reifen derselben Sorte ist im Moment nicht  zu kriegen, da er nur auf Sonderbestellung hergestellt wird. Deshalb ordern wir einen runderneuerten Reifen, dessen Auslieferung sich so lange verzögert, dass wir um ein Haar den Verschiffungstermin der Holländer verpasst hätten. In letzter Minute klappt es doch noch.

Jetzt, so denken wir, können wir die Reifensituation entspannt sehen: Die Reifen sind mit dem Schiff angekommen und lagern nun bei „African Overlanders“ in Kapstadt.

Es wird kritisch

Nach unserer Rückkehr nach Afrika halten wir die alten Reifen noch für gut genug, um ein paar Abstecher auf Pisten machen. Ganz gemütlich wollen wir dann nach Kapstadt zum Reifenwechsel.

Doch es kommt anders:
Auf einer Piste beim Namib Naukluft Park zerfetzt bei voller Geschwindigkeit  „Abgefahrener Hinterreifen“. „Geschlitzte Flanke“ wird statt dessen aufgezogen. Da wir nun nur noch den „Japanischen Winterreifen“ als Reserve haben, lassen wir „Stein in Namibia“ in Lüderitz reparieren. Die Luft hält zunächst, auch wenn die Leute der Reifenfirma Tren Tire nur eine 50% Chance gesehen haben.

Nach nur wenigen Kilometern kommt es mir so vor, als ob Benito schwimmt. Ich halte an und sehe: „Pecker in Flanke“ verliert Luft. Also muss der soeben geflickte Reifen aufgezogen werden. Jetzt haben wir nur noch den „Japanischen Winterreifen“ als Reserve. Und den benötigen wir schon am nächsten Tag, da die Reparatur in Lüderitz doch nicht erfolgreich gewesen ist.

Ohne Reservereifen ist es klar: Wir können es nicht mehr riskieren, bis Kapstadt zu fahren. Aber die 150 km bis nach Springbock in Südafrika, die müssen wir schaffen. Die Gegend in der wir uns gerade befinden ist so einsam, dass niemand Reifen wechseln könnte und bei einem Transport der Reifen nach Namibia hätten wir ein Zollproblem.

Alle zwanzig Kilometer kontrollieren wir nun die Reifen und es fällt uns ein Stein vom Herzen als wir Springbock erreichen. Hier können wir noch am gleichen Tag den Reifentransport von Kapstadt organisieren. Und, oh Wunder, schon am nächsten Tag sind die Reifen da und können montiert werden. Uff, das war schon knapp. Ohne Reservereifen in der Pampa stehen zu bleiben, das wäre eine langwierige, gefährliche und teure Angelegenheit geworden!


Weitere Pannen nach unserer Rückkehr

Abschied von den „Guten Alten“

Am ersten Fahrtag mit den neuen Reifen entdecke ich in der Flanke eines Hinterreifen einen tiefen Riss. Die Luft hält zwar noch, doch neben dem ‚Runderneuerten‚ hat schon wieder einer der neuen Reifen bereits einen Namen … Kein gutes Omen.

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Route, Länder, Karte zur Etappe »Ziel Südafrika

Reiseberichte zur Etappe: Ziel Südafrika


Oktober 2016 - September 2017
Reifenprobleme


Reifensorgen: Es müssen neue aus Europa her. Dennoch wird es kritisch


29.08.2017 - 24.09.2017
Namibia bis Südafrika


Abfahrt von zu Hause und Ankunft in Afrika. Der Aufbruch zum Kap. In Südafrika.


25.09.2017 - 02.10.2017
Am Ziel


Am Atlantik angekommen besuchen wir Kapstadt und erreichen dann das Ziel der K2K-Tour.


April 2012 - September 2017
Rückblick auf die K2K-Tour


Ein wenig Statistik und ein kleiner Rückblick auf besondere Momente.