Vom Peloponnes zum Pindos

06.05.2014 - 26.05.2014

Ganz kurz: Der Besichtigungsmarathon

Am Kanal von Korinth verlassen wir nach über sechs Wochen den Peloponnes und fahren nun langsam nördlich in Richtung albanische Grenze. Auf unserem Weg liegen viele von Griechenlands Top-Sehenswürdigkeiten, deren Besuch praktisch ein Muss ist: Nauplia, Korinth, Tiryns, Athen, Delphi, Meteora. Wir lassen uns viel Zeit bei den Besichtigungen von mittelalterliche Burgen und antike Stätten. Bei so viel Kultur stellen wir gegen Ende dann doch eine gewisse Abstumpfung und Ermüdung bei uns fest. Auch Großstädte sind meist nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste, doch Athen ist schon wieder mal eine nette Abwechslung. Dort wohnen wir am Stadtrand auf einem Campingplatz und fahren mit Bus und Metro ins Zentrum.


Kanal von Korinth

Athen

Das Huhn im Motor

Schon seit ein oder zwei Tagen ist immer wieder ein leichter Müllgeruch bei uns im Wohnmobil wahrzunehmen. Heute bei den warmen Temperaturen ist er besonders deutlich. Dabei haben wir doch den Abfall gerade in einer der zahlreichen Mülltonnen entsorgt. Auch in unseren Rucksäcken haben wir bei unserer letzten Wanderung nichts vergessen. Also schnüffeln wir weiter und stellen fest, dass der Geruch wohl aus dem Motorraum kommen muß.

>>Hinter der Einspritzpumpe liegt gut verkeilt ein großer, toter Vogel!!!<<

Ich schildere hier nicht den ekligen Anblick des gut faustgrossen, huhnartigen Vogels. Mit Gummihandschuhen, geschlossenen Augen und möglichst ohne zu atmen, zerre ich den schon etwas weichen Kadaver heraus, werfe ihn in die bereitgelegte Plastiktüte und diese dann in die Tonne. Die Motorhaube bleibt noch eine Weile auf und allmählich verschwindet der Geruch. Wie und wann das Tier in den Motor gelangt ist, ob es ein Marder oder eine Katze herein gezerrt hat, das bleibt ein Rätsel.

Anruf des Orakels von Delphi

Delphi ist für uns mehr als nur eine weitere antike Stätte. Wir erhoffen uns vom Orakel einen Hinweis darüber, wie unsere Reise nach Afrika verlaufen wird. Zu früher Morgenstunde, bevor die Touristenbusse eintreffen und die Wärter sich im Gelände verteilen, eilen wir hinauf zum Apollon-Tempel. Niemand stört uns, als wir die brennende Frage aussprechen:

>>Liebes Orakel, wird sich uns irgend etwas auf dem Weg nach Afrika in den Weg stellen???<<

Angespannt warten wir auf die Antwort. Dann ist es raus: Wir hören NICHTS, was gegen unsere Afrikareise spricht! Wenn das kein gutes Omen ist!!!

Pindos Gebirge

Meteora steht am Ende unseres Besichtigungsmarathons. Oben bei den Klöstern blickt man auf die 2300m hohen, schneebedeckten Gipfel des Pindosgebirges. Hier liegt unser vorläufig letztes Ziel in Griechenland, welches wir nach einer Tagestour über eine perfekte Autobahn erreichen. Ein Teil des Pindos wurde zum Nationalpark erklärt, dessen Hauptattraktion die 900m tiefe Vikos Schlucht ist. Auf langen Wanderungen bei frühsommerlichen Wetter und dem anstrengenden Ab- und Aufstieg in die Schlucht lernen wir diesen grünen Teil Griechenlands richtig kennen.


Vikos Schlucht von oben …

und unten

Neben der tollen Berglandschaft mit den spektakulären Schluchten machen vor allem die Bergdörfer und die steinernen Bogenbrücken den besonderen Reiz des Nationalparks aus. Die alten, steingedeckten Häuser sind größer als anderswo in Griechenland. Hier haben schon immer reiche Leute gelebt und auch in jüngerer Zeit sind luxuriöse Hotels und Ferienhäuser entstanden. Allerdings sehen wir außer einigen Wanderern kaum Touristen. Wir sprechen einen Einheimischen darauf an, der uns antwortet:

>>Noch vor ein paar Jahren sind die reichen Leute aus Griechenland hierher gekommen. Im Winter war für sie der Schnee die Attraktion und im Sommer lockte das frische Bergklima. Doch seit der Krise bleiben viele dieser Leute aus. Wir müssen nun versuchen auf Tourismusmessen für diese Gegend zu werben. Griechenland hat doch viel mehr zu bieten als Inseln und Strand<<

Da geben wir ihm absolut recht und versprechen von der Schönheit dieser Gegend zu berichten.


Steinbrücke …

und Dorf im Pindos

Wenige Tage später, als Silvia den alten Schäfer filmt, der seine Ziegenherde vorbeitreibt, werden wir erneut mit der Krise konfrontiert. Der Mann deutet auf die Kamera:

>>Video Angelika Merkel zeigen<<

Ja, Angelika Merkel ist in Griechenland ein Reizwort, das man möglichst nicht aussprechen sollte. Wir sind zwar als deutsche Touristen nie angefeindet worden, aber einigen Griechen vergeht doch das Lächeln, wenn wir auf ihre Frage nach dem woher antworten:

>>Aus Deutschland<<

Zum Abschluss unseres Griechenlandaufenthalts wandern wir hoch bis an die Schneegrenze, die bei etwa 2000m liegt. In der Astraka-Hütte, einer bewirtschafteten Bergsteigerunterkunft, haben wir eine Nacht gebucht um von dort aus das Hochgebirge des Nationalparks zu erkunden. Auch wenn wir keine Bären oder Wölfe zu Gesicht bekommen, die Anstrengung hat sich schon wegen der Aussicht gelohnt! Die Berge ganz hinten gehören schon zu Albanien, unserem nächsten Ziel.


Im Pindos Gebirge

Astraka Hütte

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