Rückblick

2007 - 2009

Rückblick: zurück aus Südamerika

Benito unser Wohnmobil ist leergeräumt, die mankei-tour zu Ende. Nach vier Jahren Ausnahmezustand geht es zurück in das „normale“ Leben. Unser Haus wird wieder eingeräumt, der etwas verwilderte Garten ausgelichtet. Wir nehmen alte, fast vergessene Gewohnheiten wieder auf. Noch hat all das Vertraute den Reiz des Neuen.

Ich bin dann wieder arbeiten

Schön, dass es so schnell geklappt hat! Schon vier Wochen nach der Rückkehr aus Südamerika beginnt mein erster Arbeitstag. Er findet in der gleichen Firma statt, in der wir vor 2 1/2 Jahren Ausstand gefeiert hatten. Es scheint als ob die Zeit stehen geblieben ist und einigen Kollegen, denen ich auf dem Flur begegne, ist es wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, dass ich mal „kurz weg“ war.

Auch mein Einsatzgebiet erscheint zunächst unverändert: Ich werde als IT-Berater bei einem großen Münchener Automobilhersteller eingesetzt. In einer mir gut vertrauten Abteilung wird an einem riesigen Projekt gearbeitet,  an dessen Realisierung eine internationale Unternehmensberatung maßgeblich beteiligt ist. Die smarten Berater, alle im dunklen Maßanzug, sind in einem Großraumbüro untergebracht. Es herrscht Platznot, jeweils zwei Mitarbeiter müssen sich einen Schreibtisch teilen. Genau hier soll auch ich arbeiten und finde nach einer Weile einen „halben“ Schreibtisch. Es piepsen Handys, auf unzähligen Laptops wird emsig getippt. Wo sind die Wüsten geblieben, wo die Weite des Meeres? Mein Tischnachbar begrüßt mich und fragt wo ich bisher tätig war:

 >>Ich war über zwei Jahre in einem Wohnmobil in Amerika unterwegs<<

>>Ach ja, cool. Das musst Du mir mal bei Gelegenheit erzählen<<

Nie wieder hat er mich zu diesem Thema angesprochen. Ich begreife schnell, dass die große Reise, die mich immer noch bewegt, hier auf keinerlei Interesse stößt. Auch weil ich zunächst keine klar definierte Aufgabe habe, fällt es mir schwer von nun ab täglich in dieses Umfeld zurückzukehren.

Alltag

Beinahe alles ist wie früher. Die Wohnungseinrichtung, die Fahrt zur Arbeit, die Vorfreude aufs Wochenende. Wir treffen Freunde, Eltern und Kollegen. Sogar die selbe Putzfrau kommt, wie schon immer üblich, am Mittwoch Nachmittag. Zu Beginn vergeht kein Tag, an dem wir nicht an die Erlebnisse der Amerikadurchquerung zurückdenken: Beim Betrachten der Fotos, schneiden der Filme oder beim Erzählen von Reiseerlebnissen an den langen Winterabenden am Küchentisch.
Auch wenn die Routine immer mehr die Oberhand gewinnt, so richtig abfinden wollen wir uns mit dem Alltag nicht. „Es sind ja nur noch vier bis sechs Jahre bis zur nächsten großen Reise“, versuchen wir uns gegenseitig zu motivieren, wenn die grauen Wintertage zu sehr aufs Gemüt drücken. Ein abstrakt langer Zeitraum, den wir mehr und mehr verkürzen…

Immer wieder treffen wir Reisefreunde, sowohl auf privaten Einladungen als auch bei Globetrottertreffen. Ganz besonders groß ist die Freude diejenigen wiedersehen, mit denen man gemeinsame Reiseerlebnisse hatte. Endlich jemand, der versteht, wie schwierig die Rückkehr in den Alltag ist. Endlich jemand den die Erzählungen von Wüsten und Urwäldern interessieren und der selbst Interessantes zu erzählen weiß. Diesen Leuten fühlen wir uns zugehörig!


Heiligenstadt Treffen

Därr Treffen

Benito unser Expeditionsmobil hat es nicht besser getroffen. Zwar steht er wohlbehütet in einer Scheune, doch wir glauben auch er vermisst holprige Straßen und Wasserdurchfahrten. Zu selten darf er raus in die Freiheit und dann geht es „nur“ auf ein Globtrottertreffen oder eine dreiwöchige Urlaubsfahrt nach Frankreich.

Es dauert fast ein Jahr, bis wir uns endgültig damit abgefunden haben wieder hier zu leben und zu arbeiten. Über der mankei-tour hängen immer mehr die Nebel der Vergangenheit. Doch allmählich wird eine neue Idee geboren und die wird auch Benito gefallen…

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Route, Länder, Karte zur Etappe »Vor der Reise

Reiseberichte zur Etappe: Vor der Reise


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Rückblick


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