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Unerwarteter Schicksalsschlag

März 2010 - September 2010

Angst und Verzweiflung

>>Der Polyp in meiner Speiseröhre ist bösartig, ein Tumor<<

Es dauert eine Weile, bis ich den Inhalt dieser Worte fassen kann. Silvia hat Krebs! Plötzlich ist es völlig bedeutungslos, dass übermorgen mein letzter Arbeitstag ist.

Der Tumor wurde bei einer Magenspiegelung zufällig entdeckt. Obwohl Silvia keinerlei Beschwerden hat, ist klar, dass höchste Lebensgefahr besteht. Wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, werden die nächsten Tage zeigen.

Während ich den Umzug von München in den Bayerischen Wald alleine organisiere, lässt Silvia im Krankenhaus Untersuchung um Untersuchung über sich ergehen. Diese geben Anlass zur Hoffnung, aber mehr werden wir erst nach der Operation wissen.

Am Operationstag entfernt ein Chirurgenteam der Klinik Bogenhausen Teile von Silvias Speiseröhre und des Magens. Dies ist ein sehr schwerer und riskanter Eingriff.

>>Alles ist gut gegangen, ihre Frau ist soeben aus der Narkose erwacht<<

Nach dieser Nachricht mischt sich unter die fürchterliche Angst zunehmend die Hoffnung, dass alles gut gehen wird. Während der nächsten Tage erholt sich Silvia überraschend schnell. Eine Woche dauert es, bis die histologischen Ergebnisse vorliegen und die sind dann äußerst ermutigend:

>>Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit haben wir den Tumor komplett entfernt<<

Eine Nachricht wie sie besser nicht sein könnte!!!

Hoffnung

Schon nach zehn Tagen darf Silvia das Krankenhaus verlassen. Die Reha verbringt sie in einer Klinik im Bayerischen Wald, nicht weit von unserer neuen Wohnung in Waldkirchen entfernt. So kann ich sie jeden Tag besuchen.

Alle unsere Hoffnungen scheinen sich zu erfüllen. Schon bald nach der Reha kann Silvia beinahe normal essen. Groß ist die Freude als sie Schweinebraten mit Knödel und dazu ein Bier ohne Beschwerden verzehren kann.

Wir verbringen einen schönen Sommer in Stocking im Bayerischen Wald. Unsere Wohnung wird eingerichtet, das Wohnmobil optimiert. Oft unternehmen wir Wanderungen und Radtouren oder freuen uns, wenn wir Besuch von Freunden bekommen. Auf der Terrasse, bei stimmungsvollen Sonnenuntergängen, beginnen wir allmählich wieder zu planen, die Weltreise wird zum Symbol der Hoffnung.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen die Angst überwiegt. Konnten wirklich alle Tumorzellen entfernt werden?  Besonders angespannt sind wir, wenn eine der routinemäßigen Nachsorgeuntersuchungen ansteht.  Die Erleichterung ist groß, wenn anschließend die Nachricht kommt:

>>Wir konnten nichts entdecken<<

Zuversicht

Nach einem halben Jahr zwischen Hoffen und Bangen überwiegt nun die Zuversicht. Benito, unser Expeditionsmobil, steht fertig beladen im Carport. Demnächst werden wir nach Spanien, Portugal und Marokko aufbrechen. Mehr denn je wissen wir, dies ist nicht selbstverständlich, für uns zählt nun jeder Tag!

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Reiseberichte zur Etappe: Vor der Reise


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März 2010 - September 2010
Unerwarteter Schicksalsschlag


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