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Testfahrt Marokko

Oktober 2012 - Januar 2013

Wir testen die Umbauten an unserem Expeditionsmobil Benito. Insbesondere interessiert uns natürlich die Frage: Wie verhält sich das Fahrzeug mit der neuen Einzelbereifung? Auf den Autobahnen, Schlaglochstraßen, Holper- und Sandpisten in Marokko finden wir vielfältige Bedingungen.

Neben diesem Reiseschwerpunkt wollen wir schon mal ein wenig afrikanische Luft schnuppern. Außerdem gefällt uns Marokko, weil es  so schön unkompliziert und angenehm zu bereisen ist.

Stürmische Fährfahrt nach Marokko


Limone am Gardasee

Obwohl wir zeitig dran sind, ist die Schlage der Fahrzeuge am Kai der „Excellent“ bereits lang. Hauptsächlich warten Iveco Transporter, hoch aufgetürmt mit Fahrrädern, Ersatzteilen und Haushaltsgeräten aller Art. Nicht nur an der Hautfarbe ihrer Fahrer ist zu erkennen: Diese Gefährte werden weit hinein nach Afrika, etwa nach Mali oder Ghana gebracht. Wir befinden uns im Hafen von Genua. Vor einer Woche sind wir zu dieser Reise aufgebrochen, haben noch Freunde und Bekannte in Rosenheim und am Gardasee besucht.

Erstes Testergebnis:
„Auf der Autobahn hat sich unsere neue Bereifung schon mal bewährt. Wegen des Geländeprofils ist das Abrollgeräusch schon etwas lauter, aber nicht so schlimm wie befürchtet.“

Bereits zu Hause haben wir über das Internet die Fähre nach Tanger gebucht, die nicht nur preislich interessant ist, sondern auch mehr Bequemlichkeit verspricht als die Anreise über Spanien. Die Zeit bis zum Einschiffen wird uns durch Gespräche mit einigen anderen Globetrottern verkürzt, die auch mit ausgebauten LKWs unterwegs sind. Die Leute mit dem Innsbrucker MAN wollen sogar Afrika umrunden! Mit Verspätung, das Schiff sollte längst auf hoher See sein, beziehen wir am frühen Abend unsere kleine, aber private Innenkabine und schlafen trotz etwas Lärm bald ein.


Genua: Afrikaner …

… und Touristen

>>Entweder ist die See extrem ruhig oder wir sind immer noch gar nicht ausgelaufen<<

Um dies zu klären müssen wir am nächsten Morgen die Kabine verlassen und an Deck gehen.

>>Ich hab’s befürchtet, wir sind immer noch in Genua!<<

Wegen eines Orkantiefs über Frankreich hat sich der Kapitän entschieden im Hafen zu bleiben. Doch jetzt geht es los in Richtung Afrika. Zwei volle Tage verbringen wir mit teils flauen Magen an Bord der „Excellent“. Obwohl die See zuletzt wieder glatt war, sind wir froh im Hafen von Tanger Med ein zu laufen.

Souks, Lagerfeuer und Schnee im Hohen Atlas

Zusammen mit Christine und Ernst, den österreichischen Afrikaumrundern, fahren wir als erste Anlaufstation auf den Campingplatz von Martil. Der Ferienort Martil selbst bietet nicht viel, doch es ist von hier nicht weit nach Tetuan. Wir lassen uns von einem 30 Jahre alten, klapprigen Mercedes 200D Taxi bis in die Medina bringen. Erstaunlich untouristisch ist es hier. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern befinden sich nicht nur schöne Paläste und Moscheen, sondern auch ein lebendiger Souk. Gerade diese Souks, also Märkte, haben es uns besonders angetan. In den engen Gassen werden lautstark Obst und Gemüse der Saison angeboten, Handwerker arbeiten in kleinen Räumen, bunt werden Kleidung und Teppiche angeboten. Vom gebrauchten Kühlergrill bis zur kompletten Hochzeitsausstattung gibt es wirklich alles zu kaufen. Nach dem Couscous-Mittagessen in einem ursprünglichen Restaurant haben wir uns schon ein wenig eingelebt und freuen uns auf mehr.
Mit den Österreichern Christine und Ernst haben wir uns mittlerweile angefreundet. Die beiden sind ein wenig älter als wir. Mit ihrem Action-Mobil MAN waren sie auch schon mehrere Jahre in Südamerika, deshalb gibt es immer reichlich Gesprächsstoff. Wir vereinbaren, die Wüstenpisten im Osten Marokkos gemeinsam zu fahren. Bis dahin werden sich unsere Wege immer wieder für einige Tage trennen. Während wir die Königsstadt Meknes besichtigen, schauen sich Christine und Ernst lieber Fes an, das wir schon von einer früheren Reise kennen.


Camp hinter Azrou

Wieder zusammen, nehmen wir Kurs auf den Mittleren und Hohen Atlas und verlassen hinter Azrou die Hauptstraße. Auf einer kleinen Asphaltstraße kurven wir durch Zedernwälder, in denen wilde Affen leben. Zu Gesicht bekommen wir die scheuen Tiere aber nicht. Abseits der Wälder wechseln sich fruchtbare Täler und karge, steinige Hochebenen ab. Hier gibt es auch tolle freie Übernachtungsplätze in Hülle und Fülle. An einem von diesen sitzen wir nun ums Lagerfeuer und essen Gemüseeintopf, den wir im Hordentopf zubereitet haben. Es ist schon dunkel geworden, als wir Schritte hören, die sich unserem Feuer nähern.Ist es wieder der Hirte, der schon heute Nachmittag mit uns Kaffee getrunken und sich über ein paar Zigaretten gefreut hat? Nein, diesmal sind es zwei junge Männer, eine ältere Frau und ein bepackter Esel. Die Männer begrüßen uns mit Handschlag.

>>Unsere Mamam hat Zahnschmerzen, bitte gebt uns Medikamente<<

>>Nein, leider können wir nicht helfen, Mamam muss besser zu einem Zahnarzt.<<

>>Habt ihr dann vielleicht ein paar Zigaretten?<<

Ernst teilt eine Runde aus und als die Familie merkt, dass sonst nichts mehr nachkommt, gehen sie in der Dunkelheit zurück zu ihrer Hütte.

Mit dem Wetter war es bisher so eine Sache: Obwohl es mild war, verging fast kein Tag ohne Regen. Und auch jetzt, wir sind mitten im Hohen Atlas bei Imichil, verdecken Regen und dichter Nebel die Sicht auf die sicherlich imposante Bergwelt. Die schmale Asphaltstraße, gerade so breit wie ein LKW, ist immer wieder überflutet. Obwohl das Wasser beim Durchqueren hoch auf spritzt, ist es aber doch deutlich zu wenig, um Benitos Watttiefe ernsthaft testen zu können.


Auf kleinen Straßen …

… durch den Hohen Atlas

Unsere Fahrzeuge bekommen durch die teils schlammige Piste ein „expeditionsmäßiges“ Aussehen. Dann endlich, auf der Südseite des Hohen Atlas reißt die Wolkendecke ein wenig auf. Wir blicken auf eine karge, rötlich braune Hochgebirgslandschaft mit Geröll und Felsen. Das Licht- und Schattenspiel zwischen Sonne und Wolken sorgt für eine stimmungsvolle Beleuchtung, die uns immer wieder zum Anhalten und Staunen animiert.
Am Ortsende von Tamtattouchte betreibt Mohammed einen Campingplatz vor seiner Auberge, der gut für Wohnmobile geeignet ist. Die Lage inmitten von Bergen ist schön, deshalb werden wir hier ein paar Tage bleiben. Da Mohammed gut deutsch spricht, erfahren wir viel über das Leben in und um Tamtattouchte.

>>Jetzt, wo es Winter wird, kommen auch die Nomaden hierher. Wenn ihr wollt, dann könnt ihr eine Wanderung zu ihrem Lager unternehmen<<

Diesen Vorschlag von Mohammed setzen Silvia und ich am nächsten Morgen in die Tat um. Wir wandern einen Hügel hoch, bis wir in ein weites Tal blicken. Unten sind die ringförmigen Lager der Nomaden deutlich zu erkennen. Gerade zieht eine Kamelkarawane mit mindestens zehn Tieren durch. Wir marschieren hinunter zu einem der Lager. Ein paar Ziegen meckern aus einem Steinkral. Gleich daneben steht ein traditionelles Kamelhaarzelt, aus dem ein junger Mann zu uns herauskommt:

>>Bon Jour<<

Wir schütteln uns die Hände. Eine Weile lächeln wir uns etwas verlegen gegenseitig an.

>>Bon Jour<<

meint er erneut und macht durch Handzeichen klar, dass er ein Geschenk oder Geld will. Doch Geld so ganz ohne Gegenleistung, das geben wir nicht. Er bleibt hartnäckig beim „Bon Jour“  und so gehen wir weiter.

>>Bon Jour<<

er winkt und geht ein wenig enttäuscht ins Zelt zurück. Wir haben Mitleid mit ihm. Die Zeit der Nomaden geht wohl auch in Marokko langsam zu Ende und ohne jede Schulbildung ist es schwer im „modernen“ Leben zu bestehen.

Ein eisiger Morgen bricht an, es hat bis zu uns herunter geschneit. Doch jetzt ist der Himmel strahlend blau und die Sonne wärmt schon bald. Für uns beginnt eine Schönwetterphase, die bis zum Ende unseres Marokkoaufenthalts anhalten wird.
Über die sehenswerte Todraschlucht verlassen wir die Berge des Atlas und fahren bei Tinejdad eine Piste in Richtung Sahara.

Testergebnis Teil1:
„Autobahn, kleine Straßen, Schotterpisten, lehmige Passagen. All dies war für die Bereifung von Benito bisher kein Problem. Doch der eigentliche Test, der wird auf den Pisten der Sahara stattfinden. Dort werden wir Wellblech, steinige Passagen und Weichsandfelder zu durchqueren haben. Mal sehen…“

Spielen im großen Sandkasten der Sahara


Beim Erg Chebbi

Wir haben uns mit Christine und Ernst in Merzouga wieder getroffen. Zusammen sind wir zum Südende des Erg Chebbi gefahren, um einen schönen Übernachtungsplatz zwischen den Dünen zu finden. Die Suche war erfolgreich, nun sitzen wir bei milden Temperaturen draußen und essen gefüllte Auberginenschiffchen auf orientalische Art. Lecker! Auf der Düne neben dem Lager sind Fahrspuren zu sehen, die etwa auf halber Höhe enden. Dort haben Ernst und ich, zum Missfallen unserer Frauen, ein paar „Experimente“ durchgeführt. Irgendwie muss man ja ein Gefühl kriegen, was die Fahrzeuge im Sand können!

Am folgenden Morgen verlassen wir unser Dünencamp und fahren nach Taouz, wo der Ausgangspunkt für unser Pistenabenteuer entlang der algerischen Grenze ist. Einige Tage haben wir für die Strecke nach Zagora eingeplant. Als der Teerbelag endet, sehen wir ein holländisches Expeditionsmobil stehen, dessen Insassen gerade den Luftdruck an ihrem DAF reduziert haben. Ich halte an:

>>Wo gehts hin? Fahrt ihr auch die Piste nach Zagora?<<

>>Ja, ist es ok, daß wir hinter Euch herfahren?<<

>>Na klar, so können wir uns bei Problemen gegenseitig helfen<<

Bei der nächsten Pause stellen wir uns richtig vor und erfahren, dass Sjors und Monique (sjoque.nl), die etwa in unserem Alter sind, auf unbestimmte Zeit reisen wollen. Sie haben ihren 30 Jahre alten DAF selbst ausgebaut. Ihr erstes Ziel ist nun die Westroute nach Südafrika, was natürlich Christine und Ernst besonders interessiert. Vielleicht haben die ja nun Reisepartner gefunden? Auf jeden Fall sind wir uns alle gegenseitig sympathisch und werden die nächsten drei Wochen als Team unterwegs sein.


Österreichisch, Holländisch, Deutsch…

… das „Wüstenteam“

Im Dorf Remlia werden wir von einer Gruppe Kinder empfangen:

>>Schwierige Piste! Fesch Fesch! Ihr braucht einen Führer!<<

Na ja, so schlimm wird’s schon nicht werden, aber auch im Reiseführer steht, dass nun die Weichsandfelder kommen. Deshalb bereiten wir unsere Fahrzeuge vor und der DAF mit den großen Reifen fährt voraus. Ohne stecken zu bleiben wühlen sich unsere Fahrzeuge tapfer durch den pulvrigen Sand. Ein heftiger, böiger Wind wirbelt so viel Staub auf, daß die Sonne nur fahl scheint. Afrika- und Abenteuerfeeling pur!
Als wir das Qued (Flusstal) durchquert haben und schon glauben eigentlich alles geschafft zu haben, tauchen unerwartet Dünen auf. Der DAF fährt voraus, wir sind dahinter und sanden gleich an der zweiten Düne ein. Etwas weiter vorne scheint auch der DAF Probleme zu haben. Ernst im MAN ist deshalb noch auf festem Untergrund stehen geblieben. Mir gelingt es rückwärts frei zu kommen und stehe nun neben ihm. Zu Fuß gehen wir zur großen Düne, wo Sjors im DAF schon mehrere vergebliche Versuche unternommen hat, diese zu überwinden. Wir suchen, ob es nicht eine andere Stelle gibt, hier durchzukommen, werden aber nicht fündig. Der DAF ist mittlerweile über die Düne und auch Ernst im MAN schafft es. Aber wie soll Benito mit seinen kleinen Reifen dies jemals meistern? Es hilft nichts, ich muss es versuchen. Aber erst mal lasse ich noch mehr Luft aus den Reifen, auch wenn die schon recht platt aussehen. Mit Schwung überwinde ich zuerst die kleine Düne, an der ich vorher gescheitert bin. Noch ein paar Mal geht’s auf und ab, dann taucht die große Düne auf. Die Schnauze hebt sich, es versetzt mich ein wenig seitlich, dem Motor droht die Kraft auszugehen und dann … bin ich drüber!
Die Weichsandfelder liegen endgültig hinter uns, entspannt fahren wir noch ein kurzes Stück weiter und schlagen dann neben einer Akazie unser Lager auf. Beim gemeinsamen Abendessen werden die spannenden Erlebnisse dieses Tages erzählt und diskutiert.

Wir befinden uns nun in einer steinigen, bergigen Wüste. Diese schöne Landschaft wollen wir einfach genießen und suchen deshalb schon nach wenigen Kilometern erneut einen Übernachtungsplatz. Wir verlassen die Piste und fahren einen Hügel hoch. Dahinter steht ein deutsches Expeditionsmobil. Claudia und Martin sind genauso überrascht wie wir, als gleich drei LKW angefahren kommen. Was für ein Zufall!
Natürlich bleiben wir, auch weil hier ein genialer Platz mit bester Aussicht ist. Jeder hat etwas Gemüse im Kühlschrank und Ernst sogar noch Geräuchertes aus Tirol. Geschnitten und gewürfelt werden die Zutaten im großen Hordentopf gegart, der über einem Feuer hängt. Am Abend, unter einem unglaublichen Sternenhimmel, mit einem Wetterleuchten in der Ferne, sitzen acht Globetrotter ums Feuer. Jeder hält einen Teller heißen, leckeren Eintopf in der Hand und alle genießen diese Wüstennacht. Wie schön kann Reisen sein!


Wüstenimpressionen

Eintopf am Abend

Globetrottertreffen in Zagora

Unser Wüstenteam erreicht die Oase Zagora. Dort lassen wir in einer Werkstatt kleine Optimierungen und Reparaturen durchführen. Am Campingplatz lernen wir weitere Reisende mit Expeditionsmobilen kennen, die alle nach Westafrika wollen.
Gegenüber den „Weißen“ sind wir nun in der Überzahl, der Platz erinnert an ein Globetrottertreffen. Nach den einsamen Wüstentagen genießen wir es auch, durch die Märkte der Stadt zu bummeln oder in einem Restaurant zu essen.

„Allahu akbar“, laut und melodisch weckt uns der Muezzin aus der nahen Moschee. Heute verlässt unser holländisch-österreich-deutsches Team Zagora, denn es locken weitere Offroadstrecken weiter im Süden, nahe der algerischen Grenze. Die Route von Mhamid nach Foum Zguid über den Erg Chegaga kennen wir bereits von einer früheren Reise. Diesmal fahren wir allerdings in umgekehrter Richtung.

Gleich zu Beginn der Piste werden wir von zwei Rally-LKWs und einigen Geländewagen mit russischem Kennzeichen überholt. Die Fahrzeuge stoppen und blaugekleidete Männer steigen aus:

>>Ist dies die richtige Strecke zum Erg Chegaga?<<

>>Ja, wir wollen auch dorthin.<<

>>Gibt es dort Hotel und Tankstelle? <<

>>Nein, weder noch. Es gibt da nur ein paar Zeltunterkünfte<<

Wir steigen nun ebenfalls aus den Fahrzeugen und bald stellt sich heraus, dass wir einem Rallyeteam des russischen LKW-Herstellers Kamaz gegenüberstehen. Mit dabei ist Vladimir Chagin, der mehrfache Rallye Paris – Dakar Gewinner! Das Team ist völlig unvorbereitet, nicht mal an eine Landkarte hat jemand gedacht.

>>Man hat uns gesagt, dass am Erg Chegaga hohe Dünen sind, dort wollen wir trainieren und testen<<

Der Teamchef spricht deutsch und notiert sich aus unserem Kohlbach Reiseführer einige Informationen und GPS-Koordinaten. Währenddessen haben wir Gelegenheit die Kamaz LKWs näher zu betrachten. Schon beeindruckend, besonders das aufwändige Fahrwerk und das Cockpit mit unzähligen Hebeln und Instrumenten.

>>Der Motor leistet 800 PS und verbraucht 150 Liter in der Stunde. Dafür ist der LKW 180 km/h schnell<<

Der Teamchef füttert die Computer mit unseren Daten, dann steigen alle wieder ein und verschwinden in den Weiten der Wüste.


Silvia, Kamaz Teamchef, Vladimir Chagin

Auf der Startlinie…

Die Fesch Fesch Felder, bei denen wir vor zwei Jahren heftig geschwitzt haben, bewältigen wir nun mit Leichtigkeit. Ich beginne übermütig zu werden, glaube mit Benito und seiner Einzelbereifung hoch geländegängig zu sein. Da erhalte ich prompt den notwendigen Dämpfer: In einem eher unscheinbaren Sandfeld fahre ich mich fest und komme alleine nicht mehr frei. Da helfen auch mehr Luft ablassen und schaufeln nichts. Also die Sandbleche runter? Doch wir sind ja im Team unterwegs! Mit einem Bergegurt wird unser Fahrzeug an den MAN von Ernst gehängt. Der hat genügend Traktion und Kraft ums uns aus der Misere raus zu ziehen.

Über eine harte Piste mit Steinen und viel Wellblech, aber herrlicher Landschaft erreichen wir Foum Zguid. Geschafft!

Testergebnis 2:
„Benito hat auch unter diesen Bedingungen fast mit den „richtigen“ Allrad LKW mithalten können. Die größte Einschränkung ist die mangelnde Bodenfreiheit, speziell unter dem Differenzial. Ob die Umrüstung auf Einzelbereifung wirklich notwendig war, bleibt fraglich. Bei der Wettfahrt mit dem Kamaz LKW war Benito chancenlos.“

Die Zeit des gemeinsamen Reisens geht langsam zu Ende. Unsere Begleiter haben beschlossen, gemeinsam nach Westafrika zu fahren und wollen nun die Visa für Mauretanien in Rabat besorgen.

Zum Abschied kaufen wir uns ein ganzes Zicklein, das wir bei kleinen Wasserfällen in schöner Wüstenlandschaft über dem Feuer grillen. Noch einmal sitzen wir alle zusammen am Tisch und jedem schmeckt es. Ein würdiger Abschluss für eine schöne Zeit zusammen!


Vorbereitungen für die …

… Abschiedsparty

Weihnacht im Campingstuhl, Silvester auf hoher See

Der Offroadteil dieser Reise ist zu Ende, den Rest wollen wir eher gemütlich angehen. Mit dem Ausspannen an der Plage Blanche am Atlantik wird es diesmal aber nichts, denn sowohl viele Stechmücken als auch einige deutsche Wohnmobiltouristen werden uns zu aufdringlich. Über Sidi Ifni fahren wir wieder ins Landesinnere zur herrlichen Felslandschaft von Tafraoute, wo wir einige Tage zusammen mit unseren Freunden Renate und Hartmut verbringen. Diese Reise steht wie bisher kaum eine andere im Zeichen der Geselligkeit!


Bemalte Felsen bei Tafraoute

Nachtmarkt in Marrakesch

Besonders gut gefällt uns der Aufenthalt in der Königsstadt Marrakesch. Mit einem ruhigen, sicheren, zentrumsnahen Parkplatz haben wir einen idealen Ausgangspunkt. In wenigen Minuten sind wir am Jemaa el Fna (zentraler Marktplatz) und tauchen ein in die Welt der Märchenerzähler und Schlangenbeschwörer. Im Souk erhandeln wir einige nette Dinge, es ist auch Zeit allmählich an Mitbringsel zu denken. Am besten gefällt uns jedoch der Platz abends, wenn die Essensstände aufgebaut sind. Zu günstigen Preisen werden hier bodenständige und exotische Gerichte angeboten. Ein beliebter Treff für Touristen, aber auch für viele Einheimische.

Langeweile kommt in Marrakesch kaum auf, denn neben dem Jemaa el Fna gibt es Paläste, Museen, Parks oder auch die Neustadt mit modernen Geschäften zu sehen.

Eigentlich wollten wir auch Weihnachten noch in Marrakesch bleiben, doch dann trifft die Email von Christine und Ernst ein:
„Wir werden Weihnachten zusammen mit den Holländern in Essaouira verbringen.“


Essaouira

Weihnachtsfeier des „Wüstenteams“

Das ist eh unser nächstes Ziel! So kommt es, daß das „Wüstenteam“ den Heiligen Abend auf dem Campingplatz von Essaouira feiert. Bei milden Temperaturen bauen wir den kleinen Christbaum und die Lichterketten draußen auf und lassen es uns bei einem Festtagsmenü richtig gut gehen. Danach packt Ernst seinen Beamer aus (was man in einem „richtigen“ LKW alles mitnehmen kann!) und zeigt die besten Fotos und Filme unseres Wüstentrips auf der weißen Wand des Campingplatzes. Eine interessante Vorstellung nicht nur für uns, sondern auch für die „normalen“ Wohnmobilrenter, die mal sehen, wie wir „Wilden“ so unterwegs sind.
„Servus Christine, Ernst, Monique und Sjors. Alles Gute für Eure Reise in den Süden. Vielleicht treffen wir uns ja irgendwo in Afrika wieder, wenn wir euch auf der Ostroute entgegenkommen!“

Für uns geht es nun zügig nach Norden, denn in knapp einer Woche geht von Tanger Med aus die Fähre zurück nach Sete in Frankreich. Es bleibt aber noch genügend Zeit für ein Treffen mit Conny und Georg, die gerade ihren Marokkoaufenthalt beginnen.

Silvester verbringen wir auf der Fähre nach Frankreich sehr, sehr ruhig. Es sind fast nur Marokkaner an Bord, die sich kaum für den Jahreswechsel interessieren. Um Mitternacht tönt aus den Lautsprechern eine kurze Ansprache des Kapitäns, irgendwo auf dem fernen Festland in Spanien sehen wir ein paar Raketen aufblitzen. Das war’s!


Sonnenaufgang in Sete

Bei der Ankunft am Morgen in Sete (Frankreich) ist es zwar frisch, doch es kündigt sich ein strahlender Tag an. Zügig fahren wir nun heimwärts. Hinter Südfrankreich wird es winterlich, das Grün verschwindet und die Alpengipfel werden weiß. Über die Schweiz erreichen wir das graue Deutschland, wo wir frostfrei und trocken den Bayerischen Wald erreichen.

Jetzt hoffen wir auf einen „richtigen“ Winter, denn es könnte der letzte für die nächsten Jahren sein…
Bis zum nächsten Mal!

Abschließendes Testergebnis:
„Das Fahrzeug ist technisch gut gerüstet für die Afrikaetappe.“

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Oktober 2012 - Januar 2013
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Wir testen die Umbauten an unserem Expeditionsmobil Benito.