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Iran

Zeit:
Oktober-November 2014

Stand:
November 2014        1€ = 400.000 Rial = 40.000 Toman

Fortbewegung:
Wohnmobil

Wikipedia:
Iran

Informationen zu Iran

Allgemeines und Fazit

Wie schon von Freunden berichtet, ist das Land sehr angenehm  zu bereisen. Wir wurden so oft mit ‚welcome to Iran‘ begrüßt und ‚erzählt zu Hause, dass wir keine Terroristen sind‘. Die normalen Leute äußern auch offen ihren Unwillen gegen die Regierung und möchten oft den Schah zurück.

Die Straßen sind in gutem Zustand, aber der Verkehr ist gewöhnungsbedürftig. Alles wuselt rum, man hält sich nicht an Fahrspuren und Verkehrszeichen, aber irgendwie funktioniert es dann doch ohne größere Karambolagen.

Einkaufen ist einfacher als ich dachte und einen Stellplatz zu finden ist meist auch nicht schwer, Diesel und Lebensmittel sind sehr günstig.

Die Landschaften sind äußerst vielfältig und die 5 Wochen waren viel zu kurz, aber in den Bergen wurde es im November schon recht kalt mit Nachtfrost.

Die Bekleidungsvorschriften für Frauen zu beachten ist lästig, aber das Kopftuch und eine lange Bluse sind ganz gut zu ertragen.

Visum, Einreise, Ausreise, Anreise, Versicherungen

Das Iran-Visum erhielten wir im August 2013 und nochmal im August 2014 über eine Agentur in Bochum:
ReiseZeit Bochum
Universitätsstr. 89
44789 Bochum
Tel ++49 (0)234 976 4658 Fax ++49 (0)234 976 4661
email: info@reisezeit-bochum.de web: www.reisezeit-bochum.de
Wir schickten Pass, Geld (bei uns 110.- p.P.) und Rückumschlag hin und erhielten nach ca. 10 Tagen den Pass zurück.
Das Visum gilt normalerweise 3 Monate bis zur Einreise, ist dann einen Monat gültig und problemlos im Land zu verlängern.

Bei der zweiten Beantragung haben wir 60 Tage Aufenthalt schon im Visum bekommen.
Beim dritten Mal (bei der Unterbrechung wegen Todesfall) bekamen wir das Visum im Konsulat in München für 75.-€ p.P. von einem Tag auf den anderen.

Für Leute, die vorher schon länger unterwegs sind, kann das Visum in der Türkei beschafft werden. Bisher gab es in Trabzon(Türkei) das Visum immer besonders einfach (sogar ohne Referenznummer). Mit Referenznummer (beschafft von einer Agentur wie Reisezeit) kann man das Visum aber auch z.B. in Erzurum bekommen.

Für die Rückreise von den Emiraten aus braucht man eine Referenznummer von einem Reisebüro (entweder Reisezeit s.o. oder ABAN International Reisen GmbH, info@abanreisen.de), Kosten ca. 50 € p.P, Dauer 5-10 Tage, für den doppelten Preis auch Express innerhalb von 2-3 Tagen, Gültigkeit wahrscheinlich 3 Monate.
Damit bekommt man in Dubai in der Botschaft am nächsten Tag das Visum, kosten 250 DH p.P(= 60€, cash oder creditcard) bei längerer Bearbeitungszeit vermutlich günstiger.
Wir wurden gefragt, ob wir schon in Deutschland Fingerabdrücke gegeben haben. Das haben wir bejaht, obwohl es nicht so war, kein Problem. Sonst muss man zur Polizei um dort offizielle Fingerabdrücke zu geben.
Für Engländer, Amerikaner und Kanadier gibt es inzwischen anscheinend die Pflicht mit einem Führer zu reisen.

Der beste Grenzübergang scheint nach Berichten der bei Öz Alp auf Höhe des Van-Sees zu sein. Die nächste Stadt im Iran ist Khoy, dort ist auch eine Tankstelle.
Hier sind wir in 2 1/4 Stunden aus der Türkei aus- und in den Iran eingereist. Alles sehr ruhig und ohne große Kontrolle. Man fragt nach Alkohol und will ins Auto schauen, aber mehr aus Neugier als zu Kontrollzwecken. Ein Junge führte Christoph mit dem Carnet rum und holte die erforderlichen Unterschriften und war mit 1,5€ Bezahlung zufrieden.

Es wird keine Diesel-Karte verlangt. Bei der zweiten Einreise wurde nach einer KFZ-Versicherung gefragt, unsere Afrika/Asien Versicherung von Jahn und Partner akzeptiert.

Bei Bazargan war zur selben Zeit deutlich mehr Aufregung und viele Schlepper, die bis zu 100$ Gebühr fordern, nach neueren Berichten ist dort die Abfertigung auch in Ordnung.

Die zweite Einreise ging total schnell. Wir kamen am Freitag Nachmittag um 4 kurz vor Schluss (die Türken hatten schon zugesperrt) und waren in sensationellen 25 Minuten aus- und in den Iran eingereist.

 
Bei der Ausreise zurück in die Türkei haben wir Dieselsteuer in Höhe von ca. 1€ pro Liter Tankgröße (unabhängig vom Füllgrad) für den ausgeführtem Diesel bezahlt (ganz offiziell bei der Bank eingezahlt). Andere Bekannte haben nur für 30 Liter bezahlt an derselben Grenze, ist anscheinend Glück- oder Verhandlungssache.
Laut neueren Berichten wurde in Bazargan gar nichts bezahlt.

Alles ging etwas zäher, das lag aber wohl an einem Computer-Problem bei den Türken.

Die Ausreise in Bandar Abbas (siehe Verschiffung) war ein bürokratisches Drama, das man gar nicht beschreiben kann und möglicherweise auch gar keinen festen Regeln folgt, aber man hat ja den ganzen Tag Zeit. Hier wird keine Dieselsteuer fällig.

Land und Leute, Straßenzustand, Sprachen

Die Leute sind extrem freundlich, man kommt kaum vom Parkplatz weg, weil man immer wieder in ein Gespräch verwickelt wird. Auch auf der Straße wird man mit welcome to Iran begrüßt. Oder im völlig untouristischen Bazar von Tabriz zum Tee in einer Shisha-Kneipe eingeladen (auch ich!).
Man hilft uns beim Geld-Wechseln und SIM-Karten besorgen, was teils 2 Stunden dauert und will dann kein Geld.
Es gibt aber auch vereinzelt schwarze Schafe (Taxifahrer, Tankwarte, Restaurant, Fremdenführer), die von Touristen mehr verlangen und diese versuchen, übers Ohr zu hauen.

Wir wurden wir vielfach in gutem Englisch angesprochen oder sogar deutsch, bei vielen ist es aber nach ‚welcome in Iran‘ auch wieder aus. Ansonsten ist es schwierig mit Farsi, es scheitert teilweise schon an der Aussprache.
Man sollte ein paar Worte lernen und die arabischen bzw. Farsi-Zahlen zu lesen können, dann kommt man leichter zurecht.

Die Straßen sind bisher ziemlich gut, aber der Verkehr bedarf der vollen Aufmerksamkeit, da man sehr spontan und zügig fährt. Irgendwie gleitet alles aneinander vorbei, aber es ist sehr ungewohnt.

Stellplätze, Karten, Reiseinfos

Frei stehen ist nicht ganz unproblematisch, wir und andere wurden auch schon mal von der Polizei verscheucht. Wirklich einsame Gegenden sind selten. Gut sind die Parks in den Städten, da campen die Iraner selber und es gibt Toiletten und Wasser.

Die OSM-Karten zeigen die großen Straßen, aber die kleinen fehlen teilweise.
Die Reise-Know-How-Karte ist teils ungenau oder falsch.
Wir benutzen die aus unserem Reiseführer Iran vom Trescher-Verlag und haben uns einen hilfreichen, einheimischen Atlas gekauft, der allerdings komplett in Farsi ist.

Wie der ioverlander.com gepflegt ist, können wir nicht sagen, da wir ihn da noch nicht benutzt haben.

Alle Infos zu Übernachtungsplätzen, POIs und gefahrener Strecke für die gesamte Etappe ‚Vorderer Orient‘ findet ihr hier.

Geld, Essen und Einkaufen

Geld muss man in bar mitbringen und es bei Wechselstuben tauschen, es gibt keine Geldautomaten für Ausländer.
Diese nahmen in Tabriz auch die restlichen türkische Lira und gaben für 100€ 4 Mio Rial, was deutlich besser ist als die Banken und der offizielle Wechselkurs (ca. 3 Mio).
Die vielen Nullen machen es nicht einfach und außerdem werden die Preise in arabischen Zahlen angegeben und meist in Toman (eine Null weniger).

Die Zahlen in Farsi bzw. arabisch sollte man lesen lernen, ist nicht so schwer und sehr hilfreich, um sich einen Überblick über die Preise zu verschaffen.

Taxi ist preiswert und kostet z.B. in Tabris 2,5€ für 10 km ins Zentrum, Preise vorher aushandeln! Essen gehen kann man zu zweit für unter 10.- Euro und das Obst und Gemüse ist auf dem Markt sehr günstig.

Gutes Fladenbrot gibt es frisch für 0,25€. Bäckereien sind da, wo viele Leute stehen oder man fragt.

Einkaufen kann man in kleinen Geschäften, in Isfahan und Shiraz gibt es große, internationale Supermärkte, sonst ist das Angebot beschränkt, aber ausreichend. Gut ist die Auswahl an Butter, Jogurt, Gebäck und Aufschnitt! Obst und Gemüse ist ebenfalls gut zu bekommen. Kaffee und Schokolade sollte man mitbringen.

Zu meiner Überraschung ist fast alles in englisch beschriftet, dass man sich leichter als in der Türkei tut mit der Identifikation der Waren. Außerdem findet sich immer ein freundlicher Helfer.

Es gibt gutes, alkoholfreies Bier der Marke Bavaria oder Baltika, man muss aber danach suchen. Das iranische Malzgetränk schmeckt eher nach Almdudler als nach Bier.

Entsorgung, Gas, Waschen, Tanken

Es gibt öffentliche Toiletten (Stehklos), die auch meist gut benutzbar sind. Dort bekommt man auch Wasser und kann das Porta entsorgen.

Waschen lassen ist schwierig, es gibt keine Waschsalons und die Hotels verlangen teils horrende Preise (30€ für 2 Maschine allerdings mit trocknen und bügeln), so haben wir dann selber gewaschen.

Gas haben wir nicht befüllt, wir haben aber Leute getroffen, die in Bandar Abbas (N27° 11.441 E056° 15.944) befüllt haben.

Diesel ist nicht überall einfach zu bekommen, es gibt ihn nur an den Fernverkehrsstraßen, nicht in Städten.
In Grenznähe im Norden war er öfter mal aus, im Süden gab es ab Kerman bis Bandar Abbas entweder gar keinen Diesel oder lange Schlangen. Man braucht etwas Geduld.
Die Tankwarte haben normalerweise eine Dieselkarte mit der man zum doppelten Preis (ca. 0,12€/Liter) tanken kann.
Man muss aber aufpassen, die Tankwarte sind Schlitzohren und geben teils nicht richtig raus oder tanken auf eine Einheimischenkarte und verlangen den Touripreis.

Internet und Telefon

Wir haben eine SIM-Karte von MCI mit 4 Wochen Internet und 2,5GB für unter 10€. Man braucht Pass und Fingerabdruck und es dauert ziemlich lange, bis es funktioniert. Ohne die Hilfe von Englisch sprechenden Iranern ist es fast nicht möglich. Aber man findet oft jemand, der so freundlich ist, einem ohne Bezahlung zu helfen.

Die Registrierung der Karte muss in speziellen Büros erfolgen, die sehr bürokratisch und altmodisch wirken. Eine Karte von Irancell wurde mit der Begründung ’nicht für Ausländer‘ abgelehnt. Ob das wirklich so ist, oder man keine Lust hatte???

Das Telefonieren mit der iranischen Karte ist aber total günstig, ca. 3 Cent pro Minute. Aufladekarten gibt es in kleinen Lebensmittelshops.

Mein Aldi-Handy kann Anrufe und SMS empfangen, aber nicht rausrufen.

Eine gute Übersicht über die Möglichkeiten des Landes bietet: http://prepaidwithdata.wikia.com/wiki/Iran

Sonstiges

Bei den einheimischen Frauen sieht man alles von Kopftuch grade noch am Hinterkopf festgehalten oder sogar Mütze und hautengen Jeans und Mäntelchen bis zu den schwarzen Tschadors. Auch nackte Füße in Sandalen sind vor allem im Süden kein Problem.
Als Touristin muss man ein Kopftuch tragen, das irgendwie einen Teil der Haare bedeckt. Außerdem eine lange Jacke oder Bluse, die über den Hintern reicht. Die Ärmel sollten über den Ellbogen gehen, bis zum Handgelenk muss nicht sein. Für die normalen Leute auf der Straße reicht das, ich hatte aber auch noch kein Zusammentreffen mit einem Sittenwächter.

Das Wohnmobil gilt als Haus, dort kann man sich kleiden wie man möchte.

Verschiffung

Folgende Beschreibung hat uns geholfen und ist soweit noch gültig: http://dananna.de/post/2013/12/21/Verschiffen-Bandar-Abbas-Sharjah.aspx
Es war der erwartete Bürokratiemarathon, wir waren um 8 im Hafen und haben um 23 Uhr abgelegt.

Um 11 konnten wir in Sharjah wieder raus aus dem Schiff, um 1/2 5 waren wir fertig mit der Abfertigung.

Man kann im Auto schlafen, wenn man möchte, ist aber ziemlich laut und warm, ansonsten im klimatisierten Passagierraum im Sitz oder mit einer Matte auf dem Freideck.

Insgesamt haben wir 900€ bezahlt mit allen Gebühren.
Man muss allerdings aufpassen, wir haben schon von 2 Fahrzeugen gehört, die für allein für die Passagiertickets und Agent in Bandar 17 Mio Rial = 425.- € bezahlt haben.

Richtig sind folgende Gebühren:
1.8 Mio Rial pro Passagier und ca. 2 Mio Rial für irgendwelches Handling beim Agenten
in Bandar ca. 300T Rial Hafengebühr
in Sharjah
2.580 DH für Transport Fahrzeug
475 DH Handling Agent
375 DH Hafengebühr
Im Ankunftshafen Sharjah: Ein ATM für die Dirham ist im Zollgebäude (blaue Kuppel) rechts neben dem Eingang.

Im Hafen gibt es einen Duty Free, der Alkohol auch bei der Einreise verkauft:
am hinteren Ende der Halle 3 Richtung Wasser: N25° 21.520 E055° 22.359
Aber Achtung: in Sharjah ist Alkohol verboten, also gut verstauen!

Die Verschiffung von Bandar Lengeh nach Dubai und zurück ist kürzer, aber ähnlich von den Kosten und der Bürokratie, was wir von Freunden erfahren haben.


Praktisches zur Etappe


Übernachtungen und Tracks - Vorderer Orient


Alle Infos zu Übernachtungsplätzen, POIs und gefahrener Strecke für die gesamte Etappe ‚Vorderer Orient‘: Griechenland, Iran, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Saudi-Arabien.

Berichte


09.11.2014 - 24.11.2014
Iran-Süden


Antike Ruinen in Persepolis. Eine Einladung in Shiraz. Die Wüste Lut und Weiterfahrt an den Persischen Golf. Abschied vom Iran.


23.10.2014 - 08.11.2014
Iran-Mitte


Rückkehr in den Iran und zügige Weiterfahrt in die Wüstenregionen. Großartige Bauwerke und das Ashoura Fest in Isfahan. Globetrotter in Yazd.


28.09.2014 - 09.10.2014
Iran-Norden


Unterwegs im Norden des Iran und die ungeplante Rückreise in die Türkei wegen Todesfall.

Bilder


August 2014 - November 2014
Video Vorderer Orient Teil 1


Von Griechenland fahren wir ostwärts in die Türkei. Wir besuchen Istanbul, Kapadokien und Ostanatolien. Im Iran begegnen wir freundlichen Menschen und alter Kultur. Wir durchqueren Wüsten und wunderschöne Städte bis zum persischen Golf.


08.11.2014 - 29.11.2014
Iran-Süden


Weltkulturerbe Persepolis. Rosen und Nachtigallen in Shiraz. Von der Wüste Lut zum Persischen Golf.


28.10.2014 - 07.11.2014
Iran-Mitte


Das Mausoleum von Soltaniye. Kashan und die Wüste. Isfahan und die Ashoura Trauerfeiern. Durch die Wüste nach Yazd.


28.09.2014 - 06.10.2014
Iran-Norden


Ankunft im Iran. Die Stadt Tabriz mit dem riesigen, ursprünglichen Basar. Die Höhlenwohnungen von Kandovan und das Weltkulturerbe Takht-e Soleiman.