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Polen, Baltikum, Skandinavien

April 2012 - August 2012

Stellplätze, Karten, Reiseinfos
Essen und Einkaufen
Sprachen
Geld
Entsorgung, Gasversorgung und Waschen
Sonstiges

Stellplätze, Karten, Reiseinfos

Für Tschechien und Polen hatten wir nur einen kleinen, billigen Reiseführer und die ADAC-Karte. Die anderen Infos habe ich zu Hause aus dem Internet geholt.
Campingplätze sind in den Urlaubsregionen häufig und ziemlich günstig.
Für das Baltikum hatten wir den Führer aus der WoMo-Reihe, den man empfehlen kann. Für den Rest die kleinen, günstigen Führer, die aber keinen wirklichen Mehrwert zum WoMo-Führer hatten. Da braucht man dann schon was Ausführlicheres, aber das wäre uns zu viel geworden.

Für Finnland und Norwegen Nord sind die WoMo-Reiseführer unserer Ansicht nach fast unverzichtbar. Nur damit kann man (besonders in Finnland) die teilweise wunderschönen, kostenlosen Grillplätze finden, die dort eingerichtet sind.
Eine Suche auf eigene Faust endet dort nämlich meist vor einem Privathaus oder mitten im Wald. Auch an den zahllosen Seen ist es so: Nur dort, wo Häuser stehen, kommt man auch ans Wasser. Ausnahmen sind z.B. Bootseinsetzstellen, die dann im WoMo-Führer beschrieben sind. Ausserdem werden dort Wanderungen und Sehenswürdigkeiten am Wegesrand erwähnt, die man in unserem Skandinavienreiseführer von Bädecker nicht findet. Auf diesen hätten wir eher verzichten können.

Als Material zur Navigation benutzen wir Openstreetmap: Kostenlose Karten, die aufs GPS-Gerät oder Smartphone geladen oder ausgedruckt werden können. Openstreetmap ist so etwas wie „Wikipedia“ für Landkarten. Die Qualität ist sehr gut und wird ständig besser. Informationen bei openstreetmap.org bzw. für Karten Garmin bei Computerteddy.
Als Übersicht eignen sich die Karten des ADAC recht gut.

Tourpackage
Wir stellen unsere Informationen wie Routenbeschreibung, GPX-Tracks, Wanderungen, Radtouren und Übernachtungspunkte zum Download zur privaten Nutzung und ohne Gewähr zur Verfügung:
Sie bestehen aus: einem PDF mit
– Übernachtungspunkten (mit Beschreibung und Bewertung), Sehenswürdigkeiten etc.,
– Beschreibungen der Touren mit dem Fahrzeug(…..F), mit dem Fahrrad(…..R) oder zu Fuss(…..W)
und 4 dazu passende gpx-Files getrennt nach Übernachtungspunkten und Touren.
Alles zusammen als nordkap.zip

Essen und Einkaufen

In Polen und Tschechien ist die Versorgung mit Lebensmitteln sehr gut, nur die frischen Sachen sind manchmal etwas welk. Der Bidronka in Polen kann mit Lidl gut mithalten und z.B. in Breslau gibt es ein wirklich beeindruckendes Einkaufszentrum. Die Preise sind ähnlich wie bei uns, Fleisch, Wurst und Gebäck sind günstiger. Essen gehen ist in diesen Ländern gut möglich, besonders der Bierpreis in den Lokalen ist sehr erfreulich.

Im Baltikum gibt es kaum grosse Ketten, aber die heimischen Supermärkte bieten (fast) alles Notwendige. Allerdings zu Preisen, die teilweise höher sind als bei uns. Es steigert sich von Litauen über Lettland nach Estland. Ebenso bei den Preisen in den Lokalen. In Litauen kann man teilweise sehr günstig essen, selbst in Touristenorten wie Nida auf der kurischen Nehrung sind die Preise ok. In Riga sind die Essenpreise astronomisch, die Getränke noch günstig, in Tallin ist beides teuer, meist sogar teurer als in München. Der Diesel ist etwas günstiger als bei uns, am günstigsten in Tallin im Gewerbegebiet, wo wir unsere Gasflasche getauscht haben. Bier für Skandinavien kauft man am besten noch in Lettland oder auf dem Schiff, weil es in Estland schon teurer und Dosenpfand drauf ist.

In Finnland und Schweden gibt es Lidl (die GPS-Punkte aller Lidl-Filialen kann man sich im Internet runterladen), dort kann man fast wie gewohnt einkaufen. Allerdings sind die Packungen in ganz Skandinavien bei Wurst und Käse deutlich grösser, unter 400gr geht meist gar nichts und die Preise liegen ca. 25% über den unsrigen. Auch im Norden gibt es in den Orten gut sortierte Supermärkte. Das Angebot an Obst und Gemüse ist allerdings meist nicht sonderlich gross und frisch.
Bier kostet 1,5 – 2.- € für 0,5L, im Supermarkt gibt es nur Bier bis 3,5% und keinen Wein. Der kostet etwa das doppelte wie bei uns und ist nur in den staatlichen Alkoholläden zu bekommen.

In Norwegen sind die Preise für Lebensmittel sehr hoch, unter anderem, weil es viele heimische Produkte gibt, z.B. 10 Eier 4.-€, ein Brot 4.-€, 1 kg Karotten 4.-€. Allerdings ist alles von guter Qualität. Eigentlich darf man nach Norwegen nur 15kg Lebensmittel einführen, das wird aber anscheinend nicht kontrolliert, wenn man von Finnland kommt. Nach den Alkoholvorräten wird zumindest gefragt und wohl auch manchmal nachgeschaut. Dann wirds richtig teuer, wenn man zu viel dabei hat.
Die Bierpreise für 3,5% 0,5L beginnen bei etwa 4.-€ im Supermarkt, nach dem Rest haben wir gar nicht geschaut.
Entsprechend teuer sind auch die Preise in den Lokalen, die besonders im Norden auch nicht besonders anheimelnd wirkten.

Sprachen

Unter www.weltreisewortschatz.de kann man sich die wichtigsten Begriffe der benötigten Sprachen runterladen und zwar schriftlich und auch als MP3.
In Polen und Tschechien kommt man gut mit Deutsch durch, im Baltikum mit Englisch, in Skandinavien spricht sowieso fast jeder Englisch.
Im Baltikum und Finnland versteht man fast gar nichts, in Norwegen und Schweden kann man manchmal die Bedeutung erahnen, wenn man es liest (z.B. bei den Lebensmitteln).

Geld

In Polen, Tschechien, Litauen und Lettland sind Geldautomaten weit verbreitet. Wir haben ein Konto bei der comdirect, das eine Visa-Karte beinhaltet, mit der man weltweit kostenlos Geld abheben kann. Das ist günstiger als mit der Karte zu bezahlen, da werden 1,5% Auslandsgebühr fällig, wenn es nicht Euro ist. Wir haben unsere Restbestände an Bargeld immer kurz vor der Grenze vertankt. In Estland und Finngeld gilt der Euro. In Norwegen und Schweden sind die Geldautomaten seltener, aber man kann wirklich jeden Kleinkram mit der Karte zahlen.

Entsorgung, Gasversorgung und Waschen

In Polen und im Baltikum waren wir oft auf Campingplätzen, hier gibt es keine Entsorgungsstationen. Meist gibt es da auch Waschmaschinen. Unsere Gasflasche haben wir in Tallin gegen eine gleich aussehende (nur ein anderer Aufkleber) wie die deutsche getauscht (auch zum deutschen Preis). Die Koordinaten hatten wir aus dem WoMo-Führer, sie sind in unserem gpx-file enthalten. Es gibt viele Gastankstellen.
In Finnland haben wir zwei Entsorgungsstationen gefunden (siehe GPS-Punkte), ansonsten sind wir fast immer an einem Platz mit Toilette gestanden oder es kam kurz nach dem Übernachtungsplatz eine, sodass wir nicht oft entsorgen mussten. Man kann wohl eine AGA-Flasche (und einen Adapter) kaufen und in ganz Skandinavien wieder zurückgeben (die Flasche), Gastanken gibt es keine.
In Norwegen gibt es einige öffentliche Entsorgungsstationen, wo es meist auch Wasser gibt. Bei den vielen Möglichkeiten frei zu stehen, waren wir nur einmal auch einem Camping (zum Waschen). Man hätte aber auch ohne Übernachtung dort Entsorgen und Waschen können. Gas ist sehr teuer, die Flaschen sind diesselben wie in Finnland und Schweden, es gibt vereinzelt Gastankstellen.
In Schweden gibt es an den Hauptrouten alle 100km sehr gepflegte Raststationen mit Toiletten und einer „Latrin“, wo man eine Kasette ausleeren kann. Wasser gibt es teilweise dort auch oder an Tankstellen. Ein Verzeichnis der Entsorgungsstationen kann im Internet bestellt werden.
Bei den meisten Campingplätzen braucht man die Campingcard Europe, um überhaupt dort übernachten zu dürfen, das haben wir verweigert. Gewaschen haben wir bei einem Platz, wo das auf Nachfrage untertags problemlos möglich war.

Sonstiges

Eine Auslandskrankenversicherung ist auf jeden Fall empfehlenswert auch wenn ja eigentlich die gesetzliche Versicherung in den Ländern gilt. Sie sichert einen sehr günstig mit einer Jahrespolice für 6 Wochen Reisedauer ab. Sollte man länger unterwegs sein wollen, kann man dies z.B. bei der Allianz pro Tag und Person für ca. 1 Euro versichern.

Die Mücken und sonstiges Stechzeug waren nicht ganz so schlimm wie erwartet. Es begann zwar schon in Litauen, Mitte Mai, war aber eher wie bei uns an einem See. Interessanterweise sind die Mücken eher im Wald aktiv und meiden offene Flächen und helle Sonne.
In Finnland war es bei uns relativ kühl und deshalb mit Kleidung und Insektenmittel gut zu beherrschen. Leute mit voller Montur, also Mückenetz am Hut und Handschuhe haben wir nur einmal gesehen.
Was auch gerne benutzt wird zur Mückenabwehr ist ein Lagerfeuer, das der Finne zu jeder Tageszeit gerne entfacht.
In Norwegen hatten wir kaum Probleme, in der Nähe von Salzwasser fühlen sich die Mücken nicht wohl.
Es kann sehr unterschiedlich sein, in Schweden bei der Wanderung war der 1. Tag mückentechnisch bei Sonne wunderbar, die beiden Folgetage mit Wolken und Regen wiederum ziemlich übel, obwohl wir denselben Weg gegangen sind.
Angeblich wird es Anfang/Mitte August dann besser.
Einmal müssten wir in Schweden wegen Knotts nochmal den Stellplatz wechseln. Das sind ganz kleine, schwarze (manchmal auch gestreifte) Fliegen, die beissen. Oft sind sie so klein, dass man sie erst gar nicht sieht, sie hinterlassen aber lange juckende Bisse.
Sie treten wohl nur lokal und zeitlich begrenzt auf, es gibt aber kein Mittel dagegen ausser die Flucht.

Internet und Telefon
Es gibt zwar häufig WLAN, aber selten offen. Wir haben ein Smartphone dabei, mit dem wir Emails lesen, skypen, im Internet surfen und es als Hotspot nutzen können. Für die EU-Länder und dazu zählt überraschenderweise auch Norwegen, gibt es von Aldi eine günstige Lösung: 60 Minuten Telefonieren oder 60 MB Daten für jeweils 4,99 Euro.

Mit dem Wetterbericht von wetteronline.de waren wir übrigens sehr zufrieden, hat sowohl von Wetter- als auch Windvorhersage meist gestimmt.

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April 2012 - August 2012
Polen, Baltikum, Skandinavien


Polen, Baltikum, Skandinavien: Ergänzende Infos zu unseren Berichten und den üblichen Reiseführern.