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La Palma 2004 - Grüner Norden

Der nördliche Teil der Insel ist geprägt von tiefen Schluchten (Barrancas) mit Lorbeerwäldern und teils riesigen Farnen. Dort ist es einsam und touristisch relativ wenig erschlossen. 

02 Februar 2004
Kurz nach der Morgendämmerung fahren wir die östliche Küstenstrasse entlang. Zu dieser frühen Stunde sind nur einheimische Autofahrer unterwegs, die allesamt sehr flott fahren. Mehrfach werde ich auf den wenigen geraden Stellen überholt, obwohl auch ich zügig fahre. Unmittelbar vor Santa Cruz geht die Sonne über dem Atlantik auf. Bei Los Sauces biegen wir in ein Seitental ab und nach etlichen Serpentinen sind wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung (1) . Auf dem gut ausgebauten Kanalarbeiterweg (Wasser wird hier vom Osten in den Westen der Insel geleitet) geht es zunächst durch einen dunklen Tunnel und dann weiter durch dichten Lorbeerwald in ein Tal hinein. Vögel zwitschern und aus moosbedeckten, felsigen Seitenwänden tropft Wasser. Es ist frisch und schattig, nur selten können wir einen Blick auf einen sonnigen Hügel werfen. Riesige Farne wachsen direkt am Wegesrand, so dass wir beinahe das Gefühl haben, im Dschungel zu sein. An einem Aussichtspunkt können wir über steile, waldbedeckte Hügel und verzweigte Täler blicken.  
Zurück beim Auto wollen wir noch eine Schlucht besichtigen, die in unserem Wanderführer als kleiner, gemütlicher Spaziergang beschrieben ist. Ohne Rucksack ziehen wir los und stellen bald fest, dass „Spaziergang“ hier wohl nicht der richtige Ausdruck ist, gilt es doch immer wieder glitschige Felsen zu überklettern. Eine Stelle erweist sich gar als schwierig, da angeschwemmte Baumstämme mit Hilfe einer wackligen Leiter zu überwinden sind. Der Lohn ist, dass wir diese sehr schmale Schlucht nicht mit anderen Touristen teilen müssen und so etwas wie "Abenteuerfeeling" aufkommt.

03 Februar 2004
Etwas nördlich von Puntagordaführt kleiner Pfad (2) ziemlich steil bergab. Im Gegensatz zu ein paar Touris, die uns mit rotem Kopf und schwer schnaufend in der Hitze entgegenkommen, genießen wir den Abstieg, der uns an kleinen Bauernhöfen vorbeiführt. Viele Blumen, Wildkräuter und Mandelbäume wachsen hier. Die Besonderheit dieser Gegend sind jedoch die zahlreichen Drachenbäume. Außerdem gibt es hier Höhlen, in denen früher die Ureinwohner lebten und die heute als Wochenendhäuser dienen. In vielen dieser Höhlen wohnen auch Hippies und andere Aussteiger. Wir sehen ein "Hippiemädchen", das vor ihrer Hütte sitzt und  laute Techno-Musik hört. Am Wegesrand werden, zur Aufbesserung der Haushaltskasse, Drachenbaumsamen angeboten.

08 Februar 2004
Nochmals treten wir die Fahrt zur Nordspitze der Insel an und biegen dort eine sehr schmale Strasse mit unbeleuchteten Straßentunnels ab. Sie führt vorbei an Lorbeer- und Riesenheidekrautwäldern.  Beim Visitorcenter in La Zarza (3) starten wir unsere Wanderung, die heute durch sehr ursprünglichen Lorbeerwald in Barrancas (Schluchten) führt. Wir bekommen aber auch einen Eindruck von der landschaftlichen Nutzung dieser relativ grünen Gegend. Zwischen Hecken aus Riesenheidekraut befinden sich Viehweiden, oder kleine Felder auf denen Gemüse angebaut wird. San Antonio, das Ziel unseres Spaziergangs ist eine kleine Kirche, die von einer riesigen Wiese mit vielen Park- und Zeltplätzen umgeben ist. Lediglich ein paar Familien haben sich heute zum Grillen hier eingefunden. Wir rätseln, wozu dieser enorm große Platz wohl gebraucht wird. Im Reiseführer lesen wir später nach, dass hier einmal im Jahr eine große Fiesta mit Tanz und Viehmarkt stattfindet.

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