La Palma 2004 -
Vulkane
Im Südteil von La Palma reihen sich zahlreiche Vulkankegel aneinander. Mächtige erkaltete Lavaströme reichen bis ans Meer. Unser Reiseführer schwärmt von den "faszinierendsten Touren mit großartigen Ausblicken".
31. Januar 2004
Bereits am dritten Tag unserer Ankunft fahren wir mit unserem Seat, vorbei an blühenden Mandelbäumen, hoch zum Refugio de El Pilar
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. Dort startet der nördliche Teil unserer Wanderung auf der Ruta de los Volcanes. Eigentlich wollten wir nur einen kleineren Vulkankegel hoch, doch das Wandern gefällt uns so gut, dass wir spontan beschließen, die Tour auszudehnen. Wir blicken in die Krater von Vulkanen, deren letzter Ausbruch ungefähr 50 Jahre zurückliegt. Nur allmählich beginnt sich die Vegetation, meist Büsche und die allgegenwärtigen Kiefern, auf der schwarzen Lavaerde wieder anzusiedeln. Unsere Schritte klirren auf dem leichten Gestein, es hört sich beinahe an, als ob man auf Glas geht. Nach knapp drei Stunden sind wir am 1742 m hohen „Crater del Hoyo Negro“. Ein grandioser Ausblick, auch auf die Nachbarinseln
Teneriffa und Gomera. Später schieben sich Wolken in die Caldera und wenige Minuten später marschieren wir im Nebel.
04. Februar 2004
Von unserer Finca aus waren es nur ein paar Meter Autofahrt und eine halbe Stunde zu Fuß, dann stehen wir auf dem Gipfel des Teneguia
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. Dort haben wir einen weiten Ausblick. Etwas klarer könnte es sein, denn Saharasand liegt in der Luft. Das Meer schimmert bleiern. Über Lavaschotter rutschen wir den Vulkan hinunter, ohne auf den offiziellen Weg zu achten. Auf diesen stoßen wir erst wieder, als wir dem Leuchtturm, unserem heutigen Ziel ein gutes Stück näher gekommen sind. Auf dem Rückweg, es geht nun wieder bergauf, sind wir um den kräftigen Wind dankbar, es wäre sonst im schwarzen Lavaschotter unerträglich heiß. Die Weinreben entlang des Pfades wirken zwischen kleinen Steinmauern beinahe wie aufgegeben und vertrocknet. Erst bei genauerem Hinsehen bemerken wir, dass jede Rebe liebevoll gepflegt ist.
07. Februar 2004
Exakt eine Woche nach dem ersten Teil unserer Wanderung auf der Ruta de los Volcanes fahren wir vorsichtig eine kleine Schotterstrasse hoch um zum Ausgangspunkt des südlichen Teils dieses Wandergebiets zu gelangen
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. Bald haben wir den Parkplatz erreicht und es geht durch eine parkähnliche Landschaft mit Kiefern und schwarzen Lavafelsen aufwärts. Mit zunehmender Höhe werden die Kiefern niedriger, stehen weiter auseinander und die Farbe der Nadeln wechselt von dunklem Grün zu beinahe gelblichen Tönen. Der Blick auf den Vulkan Martin und die benachbarten Kegel wird frei. Es weht ein sehr heftiger, kühler Wind, weshalb wir unsere Jacken anziehen. Der Himmel ist, von ein paar Zirren abgesehen, wolkenlos. Der Wanderpfad führt um den Vulkan herum. Vor wir auf den höchsten Punkt aufsteigen, klettern wir in den Krater hinunter, um eine kleine Höhle zu besichtigen. Auch nutzen wir das windgeschützte
Innere des Kraters für die Mittagsrast mit Bananen. Der anschließende Aufstieg auf den Gipfel des Kraters Martin ist schnell geschafft und im heftigen Wind stellt sich bei mir ein Gefühl der Freiheit ein. Noch nie bin ich einen Berg so schnell abgestiegen, wie von diesem Vulkan. Im Laufschritt geht es mühelos durch schwarzen, knöcheltiefen Lavasand steil bergab.