Garden-Route

03.10.2017 - 16.10.2017

Auf einem Weingut

Von Kapstadt aus näheren wir uns über eine kleinere Straße durch hügelige Agrarlandschaft mit Weizenfelder der legendären Route „62“. Diese soll Ähnlichkeiten mit der Route „66“ in den USA aufweisen. Tatsächlich ist es um die auf einem Hochplateau verlaufende Straße landschaftlich sehr ansprechend. Wüstenhaft gebirgig mit immer wieder schönen Ausblicken. Es gibt auch einige kuriose, traditionsreiche Geschäfte und Kneipen, wie z. B. „Ronnies Sex Shop“, wo hunderte BH’s an der Decke hängen.


Ein Hauch von Route 66 …

… mit skurilen Kneipen

Nur wenige Kilometer von der kargen Landschaft der Route 62 entfernt rollen wir durch fruchtbare Täler in denen Apfel-, Pfirsich- und Mandelbäume gedeihen. Jetzt im Frühjahr beginnt gerade die Blüte und auch die Weinreben treiben schon aus. Nur mit dem Wasser aus den umliegenden hohen Bergen konnte dieses Paradies geschaffen werden. Wir entdecken ein kleines Weingut, das eine Campingmöglichkeit anbietet. Das freundliche Besitzerehepaar weist uns darauf hin, dass der Platz zwar sehr schön liegt, doch sehr einfach ausgestattet ist.

>>Das ist genau das, was wir suchen!<<

Wir werden noch mit Wein zum Probieren versorgt und mit dem Pickup zu einem Traumplatz am Bewässerungssee begleitet. Hier bleiben wir ganz alleine und da sich das Wetter bessert, können wir am folgenden Tag die umliegenden Berge erkunden.


Zu Gast …

… auf einem Weingut

Touristische Pfade entlang der Garden Route

Als „Garden Route“ wird der Streckenabschnitt von Mosselbay bis nach Port Elizabeth bezeichnet. Sie ist fester Bestandteil einer typischen Südafrikareise. Von der Schnellstraße N2 führen immer wieder Abzweigungen hinunter ans Meer. Hier befinden sich sowohl Feriensiedlungen, die zu dieser Jahreszeit leer sind, als auch wunderschöne Nationalparks. An vielen Stellen ist diese Strecke zur Zeit allerdings nicht so gartenmäßig. Das liegt an einem verheerenden Brand im trockenen Winter, der ganze Wälder und auch viele Häuser zerstört hat.

Unsere Weggefährten sind die Touris mit den Mietfahrzeugen und einem Dachzelt. Zusammen mit ihnen übernachten wir auf perfekt ausgestatteten Campingplätzen und wandern auf gut markierten Pfaden durch Nationalparks. Die atemberaubenden Ausblicke auf das tosende Meer mit den vielen Seevögel, Robben, Delfinen und Walen sind schon einmalig. Ganz besonders gefällt uns der Hike im Robberg Nature Reserve an der Plettenbergbay.


Buffelsbay

Die Stadt Knysna

Robberg Nature Reserve

Storms River Mouth

Das Leben ist einfach hier. Vielleicht ein wenig zu einfach und so gar nicht afrikanisch. Schwarze treten nur als Dienstleister auf, sonst ist alles fest in weißer Hand. Die Apartheid ist noch nicht überwunden.

Eigentlich hatten wir erwartet, auch andere Langzeitreisende zu treffen, doch im Moment scheint niemand unterwegs zu sein. So tauschen wir die Erfahrungen eben mit den „normalen“ Dachzelttouristen, die meist aus Deutschland sind, aus. Die beneiden uns ein wenig, denn wir können die besonders kalten, stürmischen und regnerischen Tage, die es leider häufiger gibt, einfach aussitzen. Das erlaubt der Zeitplan einer dreiwöchigen Urlaubsreise natürlich nicht.

Im Addo Elephant Nationalpark bei Port Elizabeth sehen wir erstmals seit langem wieder Löwen, Elefanten, Büffel und viele Antilopen. Aber, na ja, so ganz richtig Afrika ist auch das nicht. Der Park ist eingezäunt. Von den Hügeln im Park sieht man den Hafen von Port Elizabeth, Felder, Siedlungen und sogar Industrieanlagen. Trotzdem genießen wir den Aufenthalt hier und finden südlich des Parks einen naturnahen Campsite an einer Flussmündung. Der ist schön zum Draußensitzen, wenn es nur nicht so kühl und windig wäre.


Addo Elephant Park Visitor Center

Addo Elephant Park

Transkei und Wildcoast

Hinter Port Elizabeth befinden wir uns urplötzlich wieder in Schwarzafrika: Die hügelige Landschaft ist weiträumig mit kleinen Hütten und Häusern besiedelt, Hirten hüten Kuhherden, Ziegen sind am Straßenrand angebunden und an den Dornbüschen flattern bunte Spar-Plastiktüten. Weiße sehen wir auch den Städten kaum. Als wir in East London eine Shoppingmall aufsuchen wollen, finden wir keinen Platz für Benito, es fehlt der obligatorische, bewachte Parkplatz. Statt dessen kämpfen altersschwache Sammeltaxis um jede Parkmöglichkeit. Auch rote Ampeln werden hier nicht so strikt beachtet. Wir befinden uns in der Transkei, das in Zeiten der Apartheid ein sogenanntes Homeland war.


Zersiedelte Landschaft in der Transkei

Die Wildcoast ist teils schwer zugänglich

Die Wildcoast, der Küstenabschnitt der Transkei, ist ursprünglich und schwer zugänglich. Eigentlich genau das, was wir mögen. Doch da der Wetterbericht Regen, Sturm und kühle Temperaturen angesagt hat, entscheiden wir uns kurzfristig um und beschränken unseren Aufenthalt auf zwei Tage in Chintsa. Beim Strandspaziergang mit warmen Klamotten bläst uns der Wind den Sand aus den Dünen ins Gesicht.

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Zu diesem Bericht gibt es »Bilder

Route, Länder, Karte zur Etappe »Vom Kap nach Johannesburg

Reiseberichte zur Etappe: Vom Kap nach Johannesburg


03.10.2017 - 16.10.2017
Garden-Route


Zu Gast auf einem Weingut. Auf touristischen Pfaden entlang der Garden Route. Transkei und Wildcoast.


18.10.2017 - 04.11.2017
Drakensberge - Swasiland


Wandern in fantastischer Landschaft. Nochmal Küste, Bushbabys und die „Big Five“.