Mosambik hinterlässt einen zweispältigen Eindruck.
Die normalen Leuten sind freundlich, aber die Kommunikation ist schwierig (kaum einer spricht Englisch).
Die Polizei ist korrupt und ziemlich präsent.
Landschaftliche schöne, einsame Strecken wechseln mit Dauerbesiedelung und Abholzung.
Es gibt schöne Strände am Meer und dem Malawisee, aber die Infrastruktur ist auf Camper nicht ausgerichtet und frei campen ist wegen der Polizei problematisch.
Die Fähre über den Rovuma bei Kilambo geht nur einmal am Tag, nur bei Flut, Dauer ca. 1 Stunde. Allerdings (zumindest in der Trockenzeit) auch nur bei Springflut um Voll- oder Neumond, zwischendurch sind jeweils ca. 4 Tage Pause. Die Überfahrt kostet 25.000.- für PKW und 40.000.- TSh für LKW. Es passen ca. 10 Fahrzeuge auf die Fähre. Der Kapitän ist sehr nett, spricht aber vorwiegend Kisuaheli. Er ist unter der Nummer +255-78-7724928 zu erreichen (am besten jemanden anrufen lassen). Man kann im Ort Kilambo bei der Polizei oder am Anleger übernachten.
Die Comesa-Versicherung gilt nicht in Mosambik. Wir haben keine Agentur gefunden und sind ohne Versicherung gefahren. Die Polizei hat nicht danach gefragt.
Die Ausreise bei Mandimba ging erstaunlich reibungslos. Die Pässe wurden schnell und heftig gestempelt und in ein Buch eingetragen.
Für das Fahrzeug zeigte man uns erst den Anschlag draußen, dass für Fahrzeuge über 3,5to 400.-$ Straßengebühr fällig wären (für eine üble Schotter- bzw. löchrige Teerpiste nach Lichinga). Man würde nur 200.-$ verlangen, weil wir ja nur eine Richtung gefahren sind. Bevor wir aber so richtig in die Verhandlungen einsteigen konnten, wurden wir ohne Zahlung abgefertigt. Anscheinend hat die Beschreibung ‚mobile home‘ dies bewirkt.
Geldwechsler sind vor Ort.
Als wir in Pangane frei am Strand standen, wurden wir von der Polizei aufgebracht, 24 Stunden festgehalten und beklaut. Näheres hier: Nachts von der Polizei bestohlen.
Bei der nächsten Übernachtung in einem Dorf, hat der Dorfvorsteher wieder die Polizei geholt. Die kam in der Dunkelheit zu dritt auf einem Moped ohne Licht. Sie haben die Papiere kontrolliert, in die Fahrzeuge geschaut, sind dann aber wieder abgezogen.
Im restlichen Land wurden wir vielfach kontrolliert, aber ohne weitere Probleme.
Englisch wird fast gar nicht gesprochen, mit Spanisch und einigen portugiesischen Wörtern kann man sich für Essen oder Einkaufen verständigen, aber man weiss nie, ob man richtig verstanden hat/wurde.
Die Haupt-Straßen, die wir gefahren sind, waren meist in gutem Zustand.
Ab der Grenze bei der Fähre ist erst noch eine mittlere Sandpiste, ab Palma ist gute Teerstraße bis Pemba.
Von Pemba bis Montepuez ist gute Teerstraße, dann breite Piste bis Balama. Danach schmale Erd-/Sandpiste bis ca. 60km vor Marrupa, ab hier neuer Teer.
Die Piste in den Niassa-Park und weiter zum Hauptquartier ist gut zu fahren, teils wellblechig.
Von Marrupa nach Lichinga ist Teer mit einigen kurzen Pistenstücken.
Nach Metangula am Malawi-See geht eine teils kurvige Teerstraße.
Von Lichinga nach Mandimba geht eine breite, aber wellblechige Piste mit Teereinlagen, die aber eher noch schlimmer sind als die Piste.
Es ist allgemein wenig Verkehr und auch nicht allzuviele Leute auf der Straße.
Im Niassa Reserve sieht es erst nicht anders aus als sonst, nur abseits der Hauptpiste ist noch ursprünglicher Wald zu finden.
Am Eingang an der Brücke kann man schön am Fluss stehen (ohne Eintritt, Ranger helfen bei der Platzsuche) und am Hauptquartier Mbatamila darf man sich ein Plätzchen suchen und völlig frei rumlaufen.
Es gibt Tiere (Elefanten, Zebras, Gnus, Warzenschweine, auch Löwen, selbst gehört!), aber sie sind ziemlich scheu. Die unberührte Landschaft ist aber den Aufwand wert.
Eintritt 2 Personen incl. Camping ca. 20€ pro Tag, am Hauptquartier zu bezahlen.
OSM ist bisher sehr gut gepflegt und die Campingplätze sind teilweise eingezeichnet.
Tracks for africa ist als Zusatzinfo sinnvoll, bietet teilweise andere Infos.
Für Übernachtungsplätze und POI in Nord-Mosambique ist ioverlander.com nur spärlich gepflegt.
Wir haben den Reiseführer Mosambik aus dem Ilona Hupe Verlag, der ist sehr ausführlich und speziell für Selbstfahrer.
Alle Infos zu Übernachtungsplätzen, POIs und gefahrener Strecke für die gesamte Etappe ‚Ins südliche Afrika‘ findet ihr hier.
In Pemba und Lichinga gibt es bessere Supermärkte, auch mit Butter, Käse und Jogurt, aber richtigen Kaffee oder Schokolade gibt es nicht. Teilweise bieten die großen Tankstellen im angeschlossenen Supermarkt erstaunliche Dinge an wie Chorizo, Oliven oder Müsli.
Obst und Gemüse sind deutlich günstiger als bei uns, vor allem auf dem Markt oder am Straßenrand, Fleisch ist schwierig zu bekommen.
Tomaten, Kraut, Zwiebeln und Kartoffeln gehören zum Standardangebot, es gibt auch Auberginen, Karotten und Paprika. Beim Obst sind Bananen, Papaya und Orangen angesagt, Mangosaison ist leider erst ab November.
Das Brot in den Bäckereien ist sehr gut, teils wie Chiabatta und kostet fast gar nichts.
Essen gehen ist sehr günstig, wenn einheimisch isst (1-3€ für eine Mahlzeit) oder günstig im Restaurant (4-5€ für ein Hauptgericht). Toll sind die Meeresfrüchte an der Küste.
Bier und Alkohol sind günstig (Bier ca. 1€ in der Kneipe oder im Laden). Es gibt auch portugiesischen Wein.
In Pemba konnte man waschen lassen (1,20€ pro Kilo).
Zeitraum:
September 2016
Stand:
September 2016 1€ = 800 Met
Fortbewegung:
Wohnmobil
Wikipedia:
Mosambik
Alle Infos zu Übernachtungsplätzen, POIs und gefahrener Strecke für die Etappe ‚Ins südliche Afrika‘: Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia und Namibia.
Dieseltank gegen Termitenhügel. Von der Polizei bestohlen. Dorfcamping. In der Wildnis des Niassa Reservats. Trubel am Malawisee. Eine Überraschung zum Abschied.
Wir fahren um den Kilimanscharo herum und durch die Usambaraberge an den Indischen Ozean. An der Küste entlang geht es nach Mosambique. Durch den unberührten Norden des Landes geht es weiter nach Malawi.
Entlang der Küste. Durch den wilden Norden. Zum ursprünglichen Malawi See.
Ende Juli 2016 reisen wir in fünf Monaten von Kenia bis ins südliche Afrika nach Namibia. Diese Etappe endet Namibia, wo wir unser Expeditionsmobil Benito erneut abstellen.