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Griechenland – Türkei Istanbul

21.08.2014 - 31.08.2014

Zurück in Griechenland

>>So schön möcht ich es auch mal haben, in den Urlaub nach Hause fahren!<<

Unser Nachbar kann es kaum glauben, dass wir nur ein paar Wochen hier im Bayerischen Wald bleiben und es dann schon wieder auf Tour geht. Die sieben Wochen zu Hause vergehen rasend schnell: Wir treffen Freunde, besuchen unsere Eltern, besorgen das Visum für den Iran, erledigen Bürokram. Alles verläuft wie im Zeitraffer und ruck zuck sitzen wir wieder im Flugzeug und fliegen zurück in den Hochsommer nach Thessaloniki. Bereits um acht Uhr morgens landet die Maschine von Air Berlin.


Ankunft in Thessaloniki …

… wo schon Benito auf uns wartet

Ein Taxi bringt uns nach Perea, wo das Expeditionsmobil „Benito“ im Garten von Helga auf unsere Rückkehr wartet. Silvia klingelt, doch nichts rührt sich. Hat es da ein Missverständnis gegeben? Helga hat doch am Telefon gesagt, dass sie heute zu Hause ist. Wir versuchen das Gartentor zu öffnen, doch sofort geht uns der Hund an. Das sonst so sanfte Tier weiß, dass es nun das Haus bewachen muss. Da bleibt nichts anderes übrig als zu warten. Glücklichweise dauert es nicht lange, dann kommt Helga angefahren. Sie hat Brot für ein gemeinsames Frühstück mitgebracht.

Zwei Stunden später sind wir nach dem leckeren Frühstück mit selbstgemachter Feigenmarmelade abfahrbereit.

Die explodierte Heizung

Heizungsreparatur
Heizungsreparatur

Bevor wir unsere Reise fortsetzen, müssen wir noch unsere Heizung und Warmwasserversorgung reparieren lassen. Einen Tag vor unserm Heimflug hat es in unserer Truma-Gasheizung eine Explosion gegeben. Es war meine Schuld, ich habe den Deckel auf dem Kamin gelassen. Die Heizung läuft zwar noch, macht aber sehr unschöne Geräusche. Der Kundenservice von Truma hat eine Ferndiagnose gestellt, das wahrscheinlich benötigte Ersatzteil besorgt und uns die Adresse einer Truma Servicewerkstatt in Thessaloniki gegeben. Der Ansprechpartner heißt Detlef und ist Deutscher aus dem Rheinland und seit 30 Jahren in Griechenland. Er holt uns ab und fährt voraus zum „Truma Service Point“. Dabei handelt es sich um einen großen Platz, auf dem viele Wohnwagen abgestellt sind. Beim Eingang befindet sich ein kleines, improvisiertes Büro. Dort liegt auch unser Ersatzteil bereit, doch Detlef ist sich nicht sicher, ob es überhaupt das Richtige ist! Na, das geht ja schon gut los. Die Mittagshitze von über 33 Grad bekämpft Detlef mit Bier. Er kann es nicht verheimlichen, dass er heute eigentlich keinen Bock hat, unsere Heizung zu reparieren. Und wenn, dann nur ohne uns. Da wir ihn aber nicht alleine in unserem ‚Haus‘ arbeiten lassen wollen, wird das schwierig. Bevor es richtig zum Streit kommt, können wir uns dann noch einigen: Wir bauen die Heizung selbst aus und er hilft uns dann das Ersatzteil einzubauen. Der Schweiß tropft, ich demontiere Elektroanschlüsse und Wasserleitungen. Als dann die Heizung ausgebaut ist, kann man es gleich sehen: Das Lüftergehäuse ist gebrochen, die Ferndiagnose von Truma war zutreffend. Ohne Detlefs Hilfe können wir den Lüfter mit Kabelbindern und Kleber reparieren. Und siehe da: Die Heizung funktioniert wieder. So haben wir nicht nur viel Geld für das Ersatzteil gespart, vor allem sind wir froh, dass wir was über unsere Heizung gelernt haben und Detlefs Hilfe nicht in Anspruch nehmen müssen. Wir geben ihm dennoch ein paar Euro und verlassen dann verschwitzt, aber gut gelaunt Thessaloniki. Auf in den Orient!

Im Orient angekommen: Istanbul

Falls wir noch einen schönen Strand finden, dann wollen wir noch zwei oder drei Tage in Griechenland bleiben, uns ein wenig akklimatisieren. Es ist jedoch immer noch Saison und wir finden keinen Platz, an dem es uns so richtig gefällt. So sind wir in nur zwei Tagen in Alexandropolis, das nicht mehr weit von der türkischen Grenze entfernt ist.

>>Hos geldiniz – Herzlich willkommen in der Türkei <<

Der Grenzbeamte drückt einen Stempel in den Pass, dann noch einer vom Zoll und schon sind die Grenzformalitäten erledigt. Unkompliziert sind wir in die Türkei eingereist.

Auf guter, vierspuriger Straße erreichen wir am frühen Abend das Zentrum von Istanbul. Wir fahren stundenlang durch die Vororte der 15 Millionenstadt, sind aber heute, am Samstag, von Staus verschont geblieben. Es ist beeindruckend wie viele moderne Hochhäuser und Industriegebiete hier hochgezogen werden.


Dier ersten Kilometer in der Türkei

Unendliche groß: Istanbul

Am Marmarameer, in Sichtweite der Blauen Moschee, gibt es einen bewachten Parkplatz, an dem schon ein paar Wohnmobile stehen. Hier wird unsere Heimat für die nächste Woche sein. Wir parken ein und erleben wieder Mal einen dieser magischen Reisemomente: Die Sonne ist untergegangen, das Landungsbier steht vor uns. Durch die geöffneten Fenster dringt der Geruch von gebratenem Fleisch und Fisch. Ganz Istanbul scheint sich am heutigen Samstagabend hier an der Promenade in Sultanahmed versammelt zu haben. Zum Grillen, Musik hören, flanieren. Gleich neben uns befindet sich ein kleiner Fischerhafen, auch hier wird gefeiert. Diese Lage am Bosporus ist einfach genial. Die Lichter von Fischkuttern, Frachtschiffen und einem riesigen Kreuzfahrtsschiff spiegeln sich im Meer. Melodisch ruft der Muezzin von der Blauen Moschee zum Gebet.

>>Und schau, drüben auf der anderen Seite in Asien, da steigen Raketen in den Himmel<<

>>In ein paar Tagen, da werden wir auf diesem Kontinent reisen, haben wir es nicht gut?<<

Gemeinsam verlassen wir das Wohnmobil und mischen uns unter die Leute. Ich versuche diese Momente innerlich für mich festzuhalten. Das Gefühl in dieser anderen, exotischen Welt angekommen zu sein.

Acht Tage bleiben wir in Istanbul, besuchen Moscheen, essen Fischbrötchen und trinken Bier unter der Galata-Brücke, wehren Schlepper ab, essen Köfte, stehen Schlange um Tickets, fahren mit der Fähre nach Asien und mit der Metro zum Taksim Platz, werden übers Ohr gehauen, beobachten die vielen arabische Touristen, begeben uns auf Bosporusfahrt, stöbern durch die Basare. Die Welt-Kulturerbe-Stadt Istanbul gefällt uns! Ich kenne diese Stadt von einem Aufenthalt vor über 25 Jahren. Unglaublich viel hat sich seitdem verändert. Gewaltige Touristenmassen aus allen Teilen der Welt drohen den einmaligen Flair zu ersticken. Und dennoch, Istanbul bleibt meine Lieblingsstadt. Ein gelungener Einstieg in die Welt des Orients.


Blick vom Stellplatz auf Asien

Bier unter der Galata-Brücke

Bootsausflug am Bosporus

Viiiiele Touristen überall

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Route, Länder, Karte zur Etappe »Vorderer Orient

Reiseberichte zur Etappe: Vorderer Orient


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Griechenland - Türkei Istanbul


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Von Istanbul in die zentralanatolische Hochebene und nach Kappadokien.


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Nach der Fortsetzung des Visakrimis geht’s im Transit durch Saudi-Arabien, wo am Roten Meer die Etappe Vorderer Orient endet.