Seen und Meer

16.06.2014 - 01.07.2014

Es blitzt, donnert und schüttet in Albanien

Tausende Griebelmücken schwirren abends um die Lampen der Bar am Skoudra See. Sie spüren den Regen kommen, der das herrliche Sommerwetter der letzten Tage beenden wird. Kurz darauf leiten heftige Gewitter diesen Wetterumschwung ein. Da es nur noch zwei Wochen bis zu unserem Heimflug sind, starten wir trotzdem, um in den Süden Albaniens zu gelangen. Wir wählen die Route über Kukes und Peshkopi durch die Berge. Landschaftlich ist es dort sicher herrlich, doch wegen dichter Wolken und sintflutartiger Regenfälle bekommen wir davon wenig mit. Die kurvige Teerstraße erfordert die volle Konzentration. Überall liegen Steine, Schlamm und Sturzbäche behindern unser Fortkommen. Immer wieder rollen vor uns Felsbrocken von den steilen Hängen. Zu Hause hätte man die Straßen wegen der Gefahr von Murenabgängen gesperrt, aber man sieht immerhin Arbeiter, die die schlimmsten Schäden gleich beseitigen.   Bei den Übernachtungsplätzen ist bei diesen Wolken die Aussicht fast egal, man sieht eh nicht weit. Die Schaf- und Ziegenhirten entdecken uns trotzdem und geschützt durch ihre Regenschirme beobachten sie das seltsame Gefährt, wo anscheinend jemand drinnen wohnt.


Regen, Regen, Regen …

… nur selten ein paar Sonnenstrahlen

Drei Tage Mazedonien

Orakel von Delphi
Ohrid

So ganz allmählich bessert sich das Wetter als wir Albanien verlassen und nach Mazedonien einreisen. Die Grenzabfertigungen dauern nur wenige Minuten. Mazedonien ist das 24. und vorläufig letzte neue Europäische Land unser Weltreise. Unser Ziel ist die Stadt Ohrid am gleichnamigen See. So touristisch wie hier war es lange nicht mehr. Es gibt Reisegruppen, bei denen der Führer einen bunten Schirm hochhält, Souvenirshops und viele Hotels und Restaurants. Die Supermärkte haben ein vielfältiges Angebot, genau wie der Markt.  Man kommt hierher wegen der schönen Lage am See und der netten byzantinischen Kirchen. Auch wir klappern die Sehenswürdigkeiten ab, gehen gut zum Essen und beobachten bei einem Eis oder Bier Einheimische und Touris.  Trotz all dem Trubel, die Stadt hat schon noch Flair!

Bevor wir Ohrid wieder verlassen tanken wir noch voll, denn der Dieselpreis ist hier deutlich günstiger als in Griechenland oder Albanien. Dann geht es hinauf auf einen Pass, der sehr schöne Ausblicke bietet und hinüber zum Prespasee führt.

Die Pelikane vom Prespasee

Wir sitzen draußen vor dem Wohnmobil beim Frühstück in der Morgensonne. Über uns ziehen Schwärme von Seevögeln vom kleinen zum großen Prespasee und wieder zurück. Enten, Kormorane, Möwen. Besonders beeindruckend ist es, wenn ein Schwarm Pelikane direkt über unseren Köpfen im Formationsflug vorbei schwebt.

>>Toll, was wir wieder für einen schönen Platz gefunden haben. Kein Mensch stört uns, im Schilf quaken die Frösche und wir sind direkt in der Einflugschneise der Pelikane! <<

Ja, da kann ich Silvia nur zustimmen, unser Lagerplatz zwischen den Prespaseen ist einfach genial. Er liegt direkt am griechischen Nationalpark Prespa im Länderdreiländereck Albanien, Mazedonien und Griechenland, der bekannt ist für seine Pelikanpopulation. Wir können es kaum glauben, dass wir hier ganz ungestört direkt am Seeufer campen können.


Pelikan am …

… Prespasee

Hier bleiben wir ein paar Tage und unternehmen Spaziergänge, besichtigen die Klosterinsel mit einigen alten Kirchen und beobachten die Vogelwelt. Daneben bleibt auch noch Zeit für den nach drei Monaten fälligen großen Hausputz.

Ausklang am Strand und Heimreise

An nur einem langen Fahrtag erreichen wir dann Griechenlands zweitgrößte Stadt Thessaloniki, die wir jedoch auf der Umgehungsstraße schnell wieder hinter uns lassen. Auf der Halbinsel Chalkidiki soll diese Etappe mit ein paar ruhigen Strandtagen ausklingen. Doch es ist gar nicht so einfach ein nettes Plätzchen zu finden. Der erste Strand mit Blick auf Thessaloniki ist nicht nur voll, sondern zudem auch vermüllt. Also fahren wir einige Kilometer weiter südlich, wo ein einsamer Sandstrand lockt. Doch hier gibt es keinen Schatten (mittlerweile hat doch der Sommer in Griechenland Einzug gehalten) und abends überfallen uns Tausende von Mücken. Bei Ierissos werden wir dann doch noch fündig: Am einsamen Sandstrand können wir im Schatten eines Olivenbaums sitzen, im glasklaren Wasser schnorcheln und den Blick auf den heiligen Berg Athos geniessen.


Ausklang an den Stränden von Chalkidiki

Am Eingang Airport Thessaloniki

Ein schöner Ort um die Highlights dieser Etappe nochmals Revue passieren zu lassen: Die tollen Stellplätze auf dem Peloponnes, das unkomplizierte Leben, wirklich nette Reisebekanntschaften, unsere Mehrtageswanderung auf dem Fernwanderweg E4, die mystischen Meteoraklöster, abenteuerliche Tage in den albanischen Alpen.

Dann wird es Zeit zu packen und zurück nach Perea, einem Vorort von Thessaloniki, zu fahren. Dort hat uns Bene, eine Reisebekanntschaft aus Marokko, einen Abstellplatz bei ihrer hier lebenden Freundin organisiert. Alles klappt perfekt. Im Garten von Helga, einer seit 40 Jahren in Griechenland lebenden Deutschen, ist Benito für die nächsten Wochen gut untergebracht. Wir schlafen ein letztes Mal im Fahrzeug und sind dann bei Helga zum Frühstück eingeladen. Nachdem sie uns erzählt hat, wie sehr viele Griechen unter der Krise leiden (ihr Sohn kriegt z. B. statt 2400 EUR nur noch 900 EUR Gehalt), fährt uns die nette Frau zum nahe gelegenen Flughafen. Nach zwei Stunden landen wir in München, die Etappe Südeuropa ist Geschichte.

Aber schon jetzt freuen wir uns, wenn es im August wieder los in Richtung Osten geht.

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Route, Länder, Karte zur Etappe »Mit dem Wohnmobil in Europas Süden

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Seen und Meer


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