Südafrika

28.02.2018 - 27.03.2018

Rückkehr nach Johannesburg

Am Rande der berüchtigten Millionenmetropole Johannesburg, in der Nähe des Flughafens, haben wir unser Expeditionsmobil vor drei Monaten abgestellt. Jetzt kehren wir zurück und sind sehr erleichtert, dass Benito unsere Abwesenheit wieder mal gut überstanden hat.

Bei unserem Abflug gestern in Deutschland betrugen die Temperaturen minus zehn Grad, unser Flug war wegen Schneechaos in London verspätet. Doch jetzt, todmüde aber glücklich, sitzen wir bei angenehm sommerlichen Temperaturen draußen und grillen die erste Burenwurst.


Winter ade: Wir grillen die erste Burenwurst

Zusammen mit den Südafrikanern Kerry und Matthiew und deren Tochter Lhea sind wir vor zwei Jahren die abenteuerliche Turkana Route gefahren. Wir mussten damals versprechen sie zu besuchen, wenn wir in Johannisburg sind.

Mit dem neuen, als sicher geltenden Gauteng-Train (= S-Bahn/Metro), fahren wir in den Stadtteil Sandton, wo uns Matthiew stilecht im Landrover abholt. Fast hätten wir ihn in Business-Kleidung, gepflegtem Bart und kurzen Haaren nicht erkannt. Er bringt uns zu seinem wunderschönen Haus, das zu den ältesten in Joburg gehört. An diesem ersten langen Abend werden alte Erinnerungen wieder aufgefrischt.


Das Haus von Kerry und Matthiew und Lhea
Gemeinsame Reiseerlebnisse werden wieder aufgefrischt

Johannesburg hat den Ruf, die gefährlichste Stadt der Welt zu sein. Ganze Stadtviertel werden von Gangs beherrscht, deshalb muss man genau wissen, wo man hinfahren kann. Doch mit Kerry und Matthiew als Führer fühlen wir uns sicher. Stolz zeigen sie uns ihre Heimatstadt. Mit ihnen fahren wir durch den Stadtteil Hillbrow und die Innenstadt. Heruntergekommene Hochhäuser und Müll bestimmen hier das Bild. An einer der neuen Bushaltestellen, die rundum mit Panzerglas geschützt ist, sehen wir zahlreiche Einschüsse einer AK-47.

>>Hier sollten wir besser keine Panne haben!<<

 


Soweto heute: ein angesagtes Viertel für die schwarze Mittelklasse

Ausgesprochen sicher wirkt dagegen das ehemals berüchtigte Township Soweto. Rund um das Hektor Pieterson Museum, wo der Aufstand gegen die Apartheit anschaulich dokumentiert wird, ist es sogar ausgesprochen touristisch. Souveniershops und Restaurants reihen sich aneinander. In den kleinen, gepflegten Häusern wohnt der schwarze Mittelstand. Bei vielen ist Soweto mittlerweile sogar hipp. Wir passieren das Haus, in dem Nelson Mandela einige Zeit gelebt hat. Wie kein anderer steht er für die Versöhnung zwischen Schwarz und Weiß. Da ist es doch sehr irritierend, was das südafrikanische Parlament vor ein paar Tagen beschlossen hat:
„Wir wollen die Verfassung ändern, so dass weiße Farmer nun ohne Entschädigung enteignet werden können. Die Zeit der Versöhnung ist vorbei, jetzt beginnt die Zeit der Gerechtigkeit.“
Auch wenn Matthiew glaubt, dass es nicht soweit kommen wird, die Gefahr eines neuen Rassismus in anderer Richtung besteht. Simbabwe ist nicht weit!

Da Kerry und Matthiew nach dem Wochenende wieder arbeiten müssen, ziehen wir in ein sehr schönes Air-BnB Apartment um und erkunden die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust. Nach den Insider-Plätzen, die wir ohne einheimische Führung nie gesehen hätten, kaufen wir nun ganz touristisch banal ein Ticket für die Red Bus Linie. Dank der Erklärungen im Kopfhörer und der Möglichkeit an den interessanten Stellen aus- und einsteigen zu können, erfahren wir mehr über die brodelnde Stadt Joburg.


Stadterkundung mit den roten Doppeldeckerbussen

 

Drakensberge


Stellplatz im Royal Natal Nationalpark

In der letzten Etappe haben wir die südlichen Drakensberge besucht und waren begeistert von den Campingplätzen sowie den Wandermöglichkeiten. Nur ein paar Stunden von Joburg entfernt, befinden wir uns nun im nördlichen Teil dieses Gebirges, im Royal Natal Nationalpark. Eine Woche lang wandern wir hier und und im nahe gelegenen Champaine Castle. Die Trails führen zu Wasserfällen, auf grasige Hochebenen und durch mystische Wälder. Auch einige Kletterpassagen, die durch Seile und Leitern abgesichert sind, bewältigen wir. Immer wieder müssen wir Bäche, von Fels zu Fels balancierend, überqueren.


Wanderparadies Drakensberge
Spannende Flussüberquerungen

Wir beginnen die Wanderungen im Morgengrauen und versuchen gegen Mittag wieder zurück zu sein, denn dann geht meist ein heftiges Gewitter nieder. Doch gegen Abend haben sich dann die Wolken wieder verzogen, so dass wir das Lagerfeuer anzünden können.

Swasiland

Nach zwei regnerischen Fahrttagen erreichen wir das Königreich Swasiland. Da dieses Land unabhängig ist, gibt es eine Grenze, die aber völlig unproblematisch zu passieren ist.


Mlilwane Park: Die Tiere sind an den Menschen gewöhnt.

Unser Ziel hier ist der kleine Mlilwane Park. Hier leben viele Wildtiere, aber keine Löwen und Elefanten. Deshalb kann man hier auf eigene Faust durch das Gelände wandern. Zebra & Co. sind an den Menschen gewöhnt, halbzahm und können aus nächster Nähe beobachtet werden. Sie kommen sogar zu uns auf den nicht eingezäunten Campingplatz. Sicherlich nicht das unverfälschte Naturerlebnis, doch wir finden es so auch mal interessant. Reglementierungen werden wir genug im großen Krüger-Nationalpark, unserem nächsten Ziel, haben.


Mlilwane Park: Weil es keine Löwen gibt, darf man ohne Begleitung wandern.

 

Ein Safaritag

Um nach Simbabwe zu gelangen, müssen wir nun 600 km nordwärts fahren. Eine langsame, aber äußerst reizvolle Streckenalternative führt durch den Krüger Nationalpark. Ganz langsam, mit vielen Pirschfahren, erleben wir den Wechsel der Vegetationszonen. Dominieren im Süden noch die Akazienbäume, so sind es im Norden ausgedehnte Mopanewälder. Nach einer guten Regenzeit steht das Gras überall saftig grün. Ganz oben am Limpopo Fluss wird es tropisch mit Palmen und Baobab Bäumen.

Der Ablauf eines für uns typischen Safaritags im Krügerpark:

Im Morgengrauen öffnet das Gate des Camps und wir fahren hinaus in die Wildnis. Jetzt ist eine gute Zeit um Tiere zu sehen. Noch sind die Löwen aktiv. An einem schönen Platz, zum Beispiel ein Wasserloch, gibt es dann unser Safarifrühstück. Wir öffnen alle Fenster und genießen so ein Ambiente, wie es auch eine Luxuslodge kaum bieten kann.


Aussicht beim Safarifrühstück.

Nun folgt nochmals ein Gamedrive. Gegen Mittag, wenn es heiß wird, parken wir unter einem schattigen Baum. Wenn uns dort nicht Zebras oder Büffel ablenken, dann ist jetzt Zeit einige Computerarbeiten zu erledigen.

Nachmittags fahren wir dann wieder ein Camp an und suchen den Platz für die Nacht. Wenn wir Glück haben, ist noch einer der begehrten Plätze am Elektrozaun frei. Dort kann man dann Tiere, mit einem Bier in der Hand, von den Campingstühlen aus beobachten. Dank der großzügigen Plätze bleibt die Privatsphäre auch bei vielen Leuten einigermaßen gewahrt.


Das Berg en Dal Camp im Krügerpark.

Die Campingplätze im Krüger Park sind bestens ausgestattet. Duschen, Küche, Waschmaschine, Swimmingpool, ein Shop, es fehlt an nichts. Zu jeder Parzelle gehört zwingend ein Grill, auf dem am Abend ALLE ein Braai zubereiten. Überall duftet es nach Fleisch und auch bei uns brutzelt eine Burenwurst oder ein Steak. Die Steaks hier in Südafrika sind übrigens die besten der Welt.

Wenn es dunkel ist, erscheinen die ersten Hyänen. Sie werden vom Geruch der Grills angezogen und wissen dass, trotz Fütterungsverbot, ab und zu ein Knochen über den Zaun fliegt.

Nach dem Essen legen wir noch ein paar Scheite Holz auf den Grill und lassen den Tag ausklingen. Manchmal ist das Brüllen von Löwen zu hören.

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Route, Länder, Karte zur Etappe »Joburg bis Windhoek

Reiseberichte zur Etappe: Joburg bis Windhoek


28.02.2018 - 27.03.2018
Südafrika


Rückkehr nach Johannesburg. Wandern in den Drakensbergen und Swasiland. Durch den Krügerpark von Süd nach Nord.


28.3.2018 - 22.04.2018
Zimbabwe


Vollmond in Great Zimbabwe. Trekking in den Eastern Highlands. Auf Schlammpisten zu den Felszeichnungen. Ein Tag in der Schule. Einsame Piste entlang des Karibasees. Hwange Park und Victoriafälle.


23.04.2018 - 30.05.2018
Botswana


Touristenschock in Botswana und Flucht nach Namibia. Löwen hautnah. Mit dem Boot auf mehrtägiger Okavangotour. Wilde Einsamkeit in der Kalahari.