Zimbabwe

28.3.2018 - 22.04.2018

Ankunft in Zimbabwe

Bei meinem ersten Besuch in Zimbabwe vor 25 Jahren erlebte ich ein reiches Land mit blühendem Tourismus. Wegen der guten Infrastruktur und den zahlreichen Wildtieren war das Land ein beliebtes Ziel. Doch der inzwischen abgesetzte Präsident Mugabe hat das Land so heruntergewirtschaftet, dass es mittlerweile zu den ärmsten Afrikas zählt. Kaum mehr ein Tourist besucht das Land (abgesehen von den Victoriafällen).

Die Erfahrungen von anderen Travelern sind sehr unterschiedlich. Einige haben das Land sofort wieder verlassen, anderen dagegen hat es gut gefallen. Gefürchtet waren vor allem die korrupten Polizeikontrollen.

Von Südafrika aus reisen wir bei Beitbridge nach Zimbabwe ein. Diese Grenze gilt als chaotisch und kompliziert. Doch dank einem kostenlosen, offiziellen Helfer der Tourismusbehörde sind wir in knapp zwei Stunden durch.

>>Das hat ja mal gut geklappt und bezahlt haben wir weniger als erwartet.<<

Silvia hat sich zu früh gefreut. An der ersten Mautstation, zwanzig Kilometer hinter der Grenze, reichen wir das Geld heraus, doch der Kassierer winkt ab.

>>Ihr als ausländisches Fahrzeug benötigt Coupons. Die hättet ihr an der Grenze kaufen müssen! Fahrt mal zur Seite raus.<<

Eine lange Diskussion beginnt. Vielleicht weiß ja der nette Helfer der Tourismusbehörde Rat? Wir rufen ihn an, doch er entschuldigt sich, dass er vergessen hat uns auf die Coupons hinzuweisen. Immerhin erreicht er, dass ein Vertreter der Straßenbehörde von der Grenze zur Mautstation fährt, so dass wir nicht zurück müssen. Der Mann ist freundlich, besteht aber darauf, dass wir uns auf eine Route in Zimbabwe festlegen. Da wir diese aber selber noch nicht wissen, hätten wir ein Maximalpaket für mehrere hundert Dollar kaufen müssen (100km ~ 10 US$, auch die Pisten ohne Mautstation zählen)! Deshalb erstehen wir die Coupons nur für eine Teilstrecke und hoffen, dass es später schon irgendwie ohne gehen wird. Eine gute Entscheidung, denn weiter drinnen im Land können wir überall den relativ geringen Betrag einfach mit Bargeld bezahlen.

Das „Lions and Elefants“ Camp war schon vor 25 Jahren mein erster Anlaufpunkt in Zimbabwe. Irgendwie hat es die schwierigen Zeiten überlebt und wir sind gespannt, was uns heute erwartet.

Der weiße Manager, ein mittlerweile krank aussehender, alter Mann, ist immer noch da. Doch er will nicht über die alten Zeiten sprechen und knöpft uns statt dessen 30 Dollar ab. Er betätigt eine Klingel, worauf ein Angestellter erscheint, der uns zum Campingplatz führt. Dort ist definitiv seit 25 Jahren nichts mehr investiert worden: Tische, Bänke und Grills sind zerfallen, es gibt keinen Strom und das Sanitärgebäude mit tropfenden Wasserhähnen und angeschlagenen Toilettenschüsseln befindet sich in einem erbärmlichen Zustand.

Leider ist dies typisch für Zimbabwe: Die Wartung wurde vor zwanzig Jahren weitgehend eingestellt und man versucht die deswegen fallenden Touristenzahlen durch höhere Preise auszugleichen.


Seit 20 Jahren keine Wartung: Lions and Elefants Campsite

Doch die große Terrasse am Fluss im „Lions and Elefants“ strahlt einen morbiden Charme aus, so dass wir unseren ersten Abend in Zimbabwe sehr stimmungsvoll bei einem wirklich guten Abendessen beenden.

Vollmond in Great Zimbabwe


Auf dem Weg nach Great Zimbabwe

Über die etwas löchrige, aber noch gut befahrbare Hauptstraße bewegen wir uns in Richtung Great Zimbabwe. Seit dem Rücktritt von Mugabe soll es die gefürchteten Roadblocks nicht mehr geben. Das Militär hat dem ein Ende gesetzt. Und tatsächlich passieren wir zwar einige Polizeikontrollen, doch wir werden durchgewunken. Man merkt förmlich, wie schwer dies den Polizisten fällt. „Schade, schade, bei diesen Touristen hätte es viel zu holen gegeben“.

Über die Geschichte der Ruinen von Great Zimbabwe ist wenig bekannt. In Afrika sind sie die einzigen historischen Steinbauwerke südlich der Sahara. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass sie eigenständig von einem afrikanischen Volk erbaut wurden. Die mächtigen, burgartigen Steinmauern sind die stummen Zeugen einer unbekannten Kultur.


Ruinen von Zimbabwe

Auch weil sie wenig besucht sind, erleben wir sie als mystischen Ort. Gleich bei den Ruinen gibt es einen kleinen Campingplatz, auf dem wir die einzigen Gäste sind. Abends beginnt das Schnarren und Zirpen der Grillen. Der Vollmond beleuchtet fahl die Burganlage über uns. Hören wir da nicht Stimmen aus einer vergangenen Zeit? Nein, es sind nur die Paviane, die sich immer noch um die Übernachtungsplätze zanken.

Am nächsten Morgen gehen wir völlig alleine hinauf zur Festung und beobachten wie sich die Morgennebel unter uns langsam auflösen. Ein besonderes Erlebnis!

Trekking in Chimanimani

Unser nächstes Ziel in Zimbabwe sind die Eastern Highlands. Die Straße dorthin führt durch aufgegebenes, ehemals weißes Farmland. Manches liegt nun brach, doch häufig sehen wir Dörfer oder einzelne Gehöfte mit Rundhütten. Ein paar Rinder und Ziegen grasen, es wird Mais und Hirse angebaut. Hat also die Landenteignung der weißen Farmer wenigstens den kleinen Leuten etwas gebracht? Wohl eher nicht. Die landwirtschaftliche Produktivität sank, die Steuereinnahmen fehlten. In der Folge brach die Infrastruktur zusammen, das Land verarmte zusehends und heute leiden viele Menschen Hunger.

Wir fahren hinauf in die Berge der Eastern Highlands, wo in riesigen Plantagen Holzwirtschaft mit Kiefern und Eukalyptusbäumen betrieben wird. Dahinter sehen wir blanke Felswände, die schon nahe an der Grenze zu Mosambik liegen.


Blick auf die Berge bei Chimanimani

Im kleinen Ort Chimanimani gibt es ein paar Hotels und eine Backpackerlodge, bei der wir campen können. Es ist Ostern, weshalb ein paar Leute aus Harare, der Hauptstadt Zimbabwes, hier sind. Es ist eine nette Mischung aus jungen und alten, weißen und schwarzen Afrikanern, die sich hier getroffen haben. Musiker mit Gitarren und einem Saxofon sorgen für eine tolle Stimmung am Abend. Wir werden sofort mit einbezogen und verbringen zusammen zwei nette Tage. Aus erster Hand erfahren wir viel über die Situation im Lande und wünschen unseren neuen Freunden, dass es nach der Wahl im Juli besser wird.

Das Wetter in den Eastern Highlands ist häufig regnerisch und neblig. Doch wir haben Glück, bis auf wenige kleine Schauer scheint die Sonne. Es ist so schön, dass wir beschließen, im nahegelegenen Nationalpark eine zweitägige Trekkingtour zu unternehmen. Mit unseren Schlafsäcken und ein paar Lebensmitteln im Gepäck steigen wir einen sehr steilen Weg bis in ein Hochtal hinauf. Doch die Anstrengung lohnt sich, der Blick auf grüne Wiesen, Wasserfälle und schroffe Felsen ist fantastisch. Früher grasten hier zahlreiche Antilopen, doch die wurden längst gewildert.

In einer großen Hütte aus Stein, die schon bessere Tage gesehen hat, können wir übernachten. Es ist niemand hier, auch keine Gäste. Innen ist die Hütte dreckig, die Pritschen wacklig und vergammelt, Ratten huschen umher. Deshalb bauen wir unser Lager draußen auf der überdachten Terrasse auf. Bei völliger Stille, mit Blick auf den klaren Sternenhimmel schlafen wir ein. Ich werde kurz wach und sehe im Mondschein eine Ratte über unsere Kopfkissen springen. Gut, dass Silvia nichts bemerkt hat.


Hütte im Nationalpark. Wegen der Ratten schlafen wir draußen.

Am nächsten Morgen wärmt die Sonne nach der kühlen Nacht. Herrlich, in dieser tollen Landschaft aufzuwachen.

Worldsend

Wir bleiben noch in den Eastern Highlands und suchen nach einem schönen Platz für Silvias Geburtstag. Im 2300 m hohen Worldsend werden wir fündig. Hier ist ein ruhiger Stellplatz, wir können wandern und die weite Aussicht ist einfach grandios.


Worldsend: Ein schöner Platz für Silvias Geburtstag

Als am Abend die letzten Besucher weg sind, stoßen wir mit einem Bier an.

>>Happy Birthday. Es freut mich, dass wir so einen schönen Platz gefunden haben!<<

Weit unter uns beginnen ein paar verstreute Lichter zu leuchten, am Horizont blitzt es, letzte Sonnenreste bestrahlen die Wolken kitschig rosa. Es wird kühl und windig, so dass wir unsere dicken Parka anziehen. Jetzt ist es angenehm und wir genießen diese ganz besondere Stimmung.

Auf Schlammpisten zu den Felszeichnungen

Die Felszeichnungen von Diana’s Vow bei Rusape werden kaum besucht. Sie sind über eine holprige Lehmpiste, die durch ein Tabakanbaugebiet führt, zu erreichen. Für das letzte Stück müssen wir einen Viehzaun aushängen und vorsichtig durch hüfthohes Gras fahren. Der kleine Pfad endet an einem runden, überhängenden Felsen, wo sich die Zeichnungen befinden. Interessant, aber auch bald angeschaut.

Es ist schwülwarm, ringsum drohen dunkle Gewitterwolken. Wir wählen eine Abkürzung zurück zur Hauptstraße. Freundlich und erstaunt winken uns die Kleinbauern neben ihren Rundhütten zu.

>>Ist ja wirklich schön hier, doch hoffentlich beginnt es nicht zu regnen!<<

 


Noch geht es weiter, doch die Piste wird schlechter und Regen droht.

Die Lehmstraße wird zunehmend kleiner und ausgewaschener, an einer besonders kritischen Stelle steigt Silvia aus um mich einzuweisen. Hier kommen wir noch durch, doch wenig später ist dann Schluss. Mit einem Unimog oder Landcruiser wäre es noch weitergegangen. Uns fehlt es einfach die Bodenfreiheit um über die tiefen Rinnen zu fahren und für den Pickup-Bypass sind wir zu breit. Wir kehren deshalb um.

Kurz darauf beginnt es zu schütten, auf der Piste bilden sich kleine Bäche, doch noch greifen unsere Stollenreifen. Da entdecken wir einen wunderbaren Übernachtungsplatz an einem Fluss. Bald hört auch der Regen auf und die Sonne scheint auf die dampfende Landschaft. Außer einem Anwohner, der freundlich winkend vorbeigeht, bleiben wir völlig ungestört.

In Zimbabwes Norden

Ohne von der Polizei angehalten zu werden und ohne lästige Mautcoupons zu benötigen, fahren wir auf Highways, durch die Großstadt Harare, in den Norden Zimbabwes. Wegen der vielen, schwerbeladenen Fernlaster ist diese Strecke nicht ungefährlich.


Auf dem Highway in Zimbabwes Norden.

Nahe der Grenze zu Zambia verlassen wir den Highway und fahren durch ein großes Wildschutzgebiet hinunter zum Lake Kariba. Der Sambesi wurde hier zu einem riesigen See aufgestaut. Er ist für Zimbabwe, aber auch für das Nachbarland Zambia wichtig für die Stromversorgung. Als wir vor 1 1/2 Jahren in Zambia waren, war der See das große Gesprächsthema. Damals drohte der Wasserstand unter eine für die Stromversorgung kritische Marke zu fallen. Jetzt, nach zwei guten Regenzeiten hat er fast wieder seinen Normalstand erreicht.

Kariba und der Nachbarort Nyamhunga enttäuschen zunächst. Kleine, lockere Siedlungen mit Platz für Wildtiere hatten wir erwartet, doch auch das ist längst Geschichte. Statt dessen fahren wir nun durch eine Stadt mit Baustellen, Townships und Müll. Über allem dominiert die riesige Starkstromleitung vom Kraftwerk. Auch das von uns angepeilte Camp entspricht nicht unseren Erwartungen.

Erst im Warthog Camp finden wir einen Platz, auf dem wir uns auf Anhieb wohl fühlen. Wir blicken auf den See, in dem wir einige Hippos ausmachen. Und da kommt auch schon ein Elefant, der zielstrebig auf unser Wohnmobil zusteuert. Wir flüchten ins Innere. Der Elefant fängt an mit den Stoßzähnen unsere Kabine zu bearbeiten. Silvia klatscht laut in die Hände, worauf er sich langsam trollt.


Blick auf den Karibasee mit Hauselefant.

An der Bar des Camps treffen sich Einheimische und die wenigen Touristen. Hier ist ein guter Platz für Kontakte. Wir erzählen unser Erlebnis mit dem Elefanten. Man lacht, denn es ist der ‚Hauselefant‘, der sich immer hier herumtreibt. Er hat einen Teil seines Rüssels in einer Schlinge von Wilderern verloren. Ja, Wildern ist ein großes Problem hier am Karibasee. Außer diesem Elefanten, ein paar Hippos und zahmen Zebras sehen wir hier keine Tiere mehr. Später erfahren wir, dass sogar Hippos vergiftet werden, weil sie den Fischern lästig sind.

Ein Tag in der Schule

Die Südafrikanerin Barbara, die wir im Warthog Camp kennenlernen, hilft in einem kleinen Dorf eine Schule aufzubauen. Sie will auch den sehr bescheidenen Tourismus hier am Karibasee fördern. Wir fragen sie, ob es denn möglich wäre, in „ihr“ Dorf zur Schule mitzukommen?

>>Ja gerne, gar kein Problem. Es sind zwar gerade Ferien, aber morgen kommt Dolph, der weiße Buschmann. Er will den Kindern den Busch näher bringen, das ist bestimmt auch für euch interessant.<<

Am nächsten Tag wird uns Dolph vorgestellt. Dem älteren Mann mit weißem Vollbart glaubt man sofort, dass er weiß, wie man im Busch überlebt. Er kann Feuer ohne Anzünder machen, weiß, wie man sich gegenüber Löwen verhält und kennt die Bedeutung jeden Grashalms. Er will nun dieses Wissen an die Kinder des Dorfes weitergeben.

Zusammen mit ihm und Barbara fahren wir in das etwa 10 km außerhalb von Kariba liegende Dorf, wo wir freundlich empfangen werden. So nach und nach trudeln die Schüler aller Altersstufen ein. Zwecks Ordnung und zum Übersetzen nehmen auch ein paar Erwachsene an der Veranstaltung teil. Nun beginnt Dolph mit seinen Lektionen. Bei einem Spaziergang im Busch erklärt er den gut 50 Kindern die Bedeutung von Pflanzen und Tieren. Wir haben den Eindruck, die Kinder verstehen nicht so ganz, was man von ihnen will. Auch das Basteln mit Buschmaterialien wird eher als Pflichtübung gesehen.


Buschmann Dolph unterrichtet die Kinder

Wesentlich mehr Begeisterung lösen die sportlichen Spiele aus, für die Teams gebildet werden: Wettläufe im Parcour aus alten Reifen, Tauziehen mit unserem Bergegurt, turnen am Reck und einiges mehr.

Auch unsere Seifenblasen kommen gut an, sogar die Größeren springen hoch, um sie platzen zu lassen. Wahnsinn, wie leicht es ist, diesen Kindern Freude zu machen. In Deutschland würde deswegen niemanden vom Computerspiel aufsehen.

Einsame Piste entlang des Karibasees

>>Was, die Straße am Karibsee entlang wollt ihr fahren? Da waren wir letztes Jahr. Die ist völlig ausgewaschen und sehr schwierig zu befahren. Habt ihr denn wenigsten einen Unimog mit Winde?<<

Der Ranger vom Mana-Pools Nationalpark, den wir auch an der Bar kennengelernt haben, jagt uns einen gehörigen Schrecken ein. Sollte diese Strecke wirklich nicht befahrbar sein, so würde das einen Umweg von mehreren hundert Kilometern bedeuten. Wir holen weitere Auskünfte ein, die aber alle ergeben, dass diese Route eigentlich für uns kein Problem sein sollte.


Piste entlang des Karibasees

Barbara weiß, dass zwei Holländer diese Strecke vor ein paar Tagen gefahren sind und gibt uns deren Telefonnummer. Auch die Beiden bestätigen, dass die Strecke keine besonderen Schwierigkeiten aufweist. Und genau so ist es dann auch. Die Pisten sind zwar holprig und teilweise wellblechig, aber ohne Allrad zu befahren. Allerdings benötigen wir für die 300 km lange Strecke volle drei Tage. Dörfer, in denen Mais und Hirse angebaut wird wechseln sich mit einsamer Buschlandschaft ab. Die Tierwelt hält sich vor uns versteckt, außer ein paar Elefantenspuren sehen wir nichts. Doch für die Einheimischen sind Wildschäden anscheinend ein ernstes Problem, wie uns ein gebildeter Mann bestätigt:

>>Die Elefanten plündern unsere Maisfelder und Löwen töten das Vieh. Doch die Ranger lachen nur, wollen keine Entschädigung zahlen und behaupten wir würden uns das alles nur einbilden.<<

Hwange Nationalpark

Gibt es im Hwange Nationalpark noch Tiere? Lohnt sich der Umweg dorthin? Lassen die Fahrzeuge über 3,5 Tonnen überhaupt in den Park?

Wir versuchen es einfach und fahren zum Hauptgate. Im Office, wo sich wohl seit 30 Jahren nichts mehr geändert hat, werden wir freundlich begrüßt und können problemlos einen Special Campsite (exklusiv für uns) an einer Aussichtsplattform buchen.

Gleich beim Eingang sehen wir Giraffen, Zebras und einige Antilopen. Es gibt also doch noch Wild und jetzt freuen wir uns auf die einsame Nacht in der Wildnis. Der Aussichtsturm liegt schön an einem Wasserloch und wir machen auch gleich Zebras und Gnus in der Ferne aus. Später kommt noch eine Giraffe zum Trinken. Außer ein paar Pavianen war es das aber auch an größeren Tieren. Immerhin hören wir Nachts noch Hyänen.


Einsames Camp im Hwange Nationalpark

Auch der Gamedrive am nächsten Morgen bringt keine Sichtungen. Je länger wir fahren, desto mehr Enttäuschung macht sich breit. Auch die wenigen Touristen, denen wir begegnen, konnten kaum Tiere sehen. Die Ranger im Park meinen, wir sind einfach nur zur falschen Jahreszeit hier, jetzt ist es schwer, Tiere zu entdecken. Das mag schon stimmen, doch der Hauptgrund für die wenigen Sichtungen dürfte schon die Wilderei im Park sein. Später in Botswana werden wir unter ähnlichen Bedingungen viele Tiere sehen, sogar außerhalb der Parks.

Nach einer weiteren Nacht im schön gelegenen Sinamatella Camp verlassen wir den Park und fahren dann hinunter zum Fluss Sambesi.

Victoriafälle

Auf der Fahrt entlang des Sambesi zu den Victoriafällen weist mich Silvia auf eine Rauchwolke hin.

>>Nein, das ist kein Rauch, das sind die Victoriafälle. <<

Die Gischtwolke, der noch über 10 Kilometer entfernten Fälle lässt schon erahnen, welchen Gewalten wir begegnen werden.


Die Victoriafälle aus gut 10 km Entfernung

Der Sambesi bildet hier die Grenze zwischen Zimbabwe und Zambia. Die weltberühmten Fälle können von beiden Ländern aus besucht werden. Vor 1 1/2 Jahren waren wir schon mal hier, damals auf der Zambia Seite. Zum Ende der Trockenzeit waren die Fälle ausgetrocknet und wir blickten auf kahle Felswände mit dünnen Rinnsalen.


Victoriafälle November 2016 …

… und April 2018

Welch ein Unterschied heute! Der Sambesi hat Hochwassser und stürzt sich laut tosend auf 1,6km Länge 100m weit in die Tiefe. Wie eine Nebelwand hängt die Gischt über diesem gewaltigen Naturspektakel. An einigen Stellen sieht man nur die weiße Wand und es regnet wie bei einem kräftigen Gewitter. Wir werden patschnass, was aber bei den warmen Temperaturen überhaupt kein Problem ist.

Anders als im Rest von Zimbabwe ist der Ort Victoria-Falls sehr gepflegt. So auch der schöne Campingplatz, auf dem wir eine Weile bleiben. Wir genießen die Annehmlichkeiten der vielen Lokale, beobachten die Adrenalinsportarten wie Bungie-Jumping aus sicherer Entfernung und wandern durch den Nationalpark. Mit den Österreichern Ines und Michael, die mit einem Mercedesbus in Süd- und Ostafrika unterwegs sind, tauschen wir Reiseerlebnisse aus.

Abschied von Zimbabwe

Nach knapp vier Wochen verlassen wir Zimbabwe, ein auch landschaftlich schönes Land, bei dem aber das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt. Egal, ob desolate Straßen, leergewilderte Nationalparks oder vergammelte Campingplätze, man bezahlt viel und bekommt wenig. Dennoch bereuen wir es nicht, dieses Land besucht zu haben. Hier erlebten wir mal wieder Abenteuer im „richtigen“ Afrika. Die Leute sind ausgesprochen freundlich und trotz der Armut ist es außerhalb der großen Städte überall sicher. Wir wünschen den Zimbabwern den ersehnten Aufschwung nach den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten.

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Reiseberichte zur Etappe: Joburg bis Windhoek


28.02.2018 - 27.03.2018
Südafrika


Rückkehr nach Johannesburg. Wandern in den Drakensbergen und Swasiland. Durch den Krügerpark von Süd nach Nord.


28.3.2018 - 22.04.2018
Zimbabwe


Vollmond in Great Zimbabwe. Trekking in den Eastern Highlands. Auf Schlammpisten zu den Felszeichnungen. Ein Tag in der Schule. Einsame Piste entlang des Karibasees. Hwange Park und Victoriafälle.


23.04.2018 - 30.05.2018
Botswana


Touristenschock in Botswana und Flucht nach Namibia. Löwen hautnah. Mit dem Boot auf mehrtägiger Okavangotour. Wilde Einsamkeit in der Kalahari.