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Balkan und Kaukasus: Georgien Teil 1

September 2022

Ende August reisen wir von der Türkei über eine kleine Grenze nach Georgien ein. Gleich ‚um die Ecke‘ befinden sich die Höhlen von Vardzia, die wir als erstes besuchen. Über rumpelige Pisten und einen aussichtsreichen Pass fahren wir dann nach Borjomi, einem alten Kurbad und einem Nationalpark mit wirklich altem Wald. Dem Regen weichen wir nach Osten aus, wo wir weitere Höhlen besichtigen. Danach geht es auf die angeblich so gefährliche Strecke nach Ushguli und Mestia, die wir bei bestem Wetter als landschaftlich grandios erleben.

Einreise und Vardzia

Die Ausreise aus der Türkei ist in 5 Minuten erledigt. Auf der georgischen Seite müssen wir uns erst durch ein LKW Chaos schlängeln, dann geht es auch zügig und ohne Fahrzeugkontrolle. An der gleich anschließenden Tankstelle kann man die obligatorische Versicherung abschließen und Geld zu einem akzeptablen Kurs wechseln. Da wir schon eine georgische SIM haben, können wir gleich auf die kleine Teerstraße Richtung Vardzia abbiegen. Die folgende Piste runter in das Tal von Vardzia ist breit genug für uns, ziemlich steinig, aber mit schönen Aussichten. In einer Kehre auf halber Höhe bleiben wir für die Nacht. Ein vorbeifahrender Pick-Up schenkt uns ein frisches, typisch georgisches Brot und jeder, der vorbeifährt grüßt freundlich. Ein wirklich netter Einstieg ins Land. Am nächsten Tag besichtigen wir bei sehr sommerlichen Temperaturen die Höhlen, der Aufstieg ist anstrengend, innen ist es angenehm. Sehr gut kommt auch der schattige Gastgarten mit kühlem Bier und gutem Essen im Anschluss.
Den nächsten Tag verbringen wir am Parkplatz gegenüber der Höhlen mit Gesprächen mit Reisenden, die schon die letzten 6 Wochen in Georgien und Armenien waren.

Im Osten durch den kleinen Kaukasus

Am Talausgang von Vardzia besuchen wir eine gut erhaltene Burg und fahren dann durch kleine Dörfer zu einem See, der uns empfohlen wurde. Dort ist es allerdings nicht so idyllisch wie erhofft. Der Zugang zum schönen Stellplatz ist für unsere Höhe von Bäumen verstellt, der See statt kristallklar mit Blaualgen verseucht und die Felder hinter uns werden gerade heute mit dem Mähdrescher geerntet.
Die Fahrt weiter geht über ziemlich rumpelige Pisten durch baumlose Hochebenen mit Hirtenlagern und einigem LKW-Verkehr über einen 2400m hohen Pass. Auch der weiter unten liegende Ski- und Sommerort Bakuriani gefällt uns nicht sonderlich.

Borjomi

Außerhalb von Borjomi finden wir am Eingang des Nationalparks einen schönen und ruhigen Campingplatz. Das auf einem Schild versprochene Wasser gibt es allerdings nur aus dem Bach und die Toilette befindet sich auch irgendwo im Wald. Aber der Wächter ist nett, spricht etwas englisch und beschenkt uns mit Brombeeren. Die 1,8€ für das bewachte Parken die Nacht sind voll in Ordnung.
Die Wanderung führt uns am nächsten Morgen in einen Urwald. Man sieht einfach, dass hier schon lange keine Forstwirtschaft mehr betrieben wurde. Auf einem gut angelegten Wanderweg geht es auf einen Grat mit einigen Aussichten und dann steil wieder in das Tal.
Am nächsten Tag besuchen wir noch ein Kloster um die Ecke und den Kurort Borjomi. Er ist/war über Georgien hinaus bekannt für sein Mineralwasser. Es gibt einige interessante Gebäude und einen Kurpark durch den man schlendern kann.

Stalin und nochmal Höhlen

Wir versuchen dem schlechten Wetter zu entfliehen und besuchen in Gori das Stalinmuseum. Es stellt völlig unreflektiert und für uns skurril das Geburtshaus, seinen Eisenbahnwagen, Bilder und Alltagsgegenstände des Diktators dar. Ein Museum mit einer ‚Gegendarstellung‘ ist in Planung.
Danach fahren wir zu den landschaftlich schön gelegenen und schon seit der Bronzezeit bewohnten Höhlen von Uplistsikhe.

Nach Westen

Über die Autobahn und einen üblen Streckenabschnitt mit permanenter Baustelle fahren wir nach Kutaissi, wo wir einkaufen und unterhalb des Klosters Gelati einen maroden Camping beziehen. Aber die Waschmaschine funktioniert und das Wetter am nächsten Morgen ist so gut zum Trocknen, dass wir noch Zeit haben, das Kloster zu besichtigen.

Ushguli

Am Fuße der Strecke nach Ushguli treffen wir uns mit einem holländischen Vario-Bus (Marijeke und Joost) und mit Benny, einem Vario mit Alkovenkabine aus der Schweiz (Sibyll und Christian). Zusammen fahren wir am nächsten Tag bei Traumwetter erst auf Teer, dann auf Beton Richtung Zagaros Pass. Die letzten 27km sind Piste, die holperig und steinig ist, aber nie problematisch. Im Frühjahr oder nach Regenfällen mag das anders sein.
Über die Strecke wird viel erzählt, den Ausschlag sie zu fahren hat für uns gegeben, dass der Möbellaster aus Vardzia (10m lang, 4m hoch, 2,55m breit, kein Allrad) auch hier hoch gefahren ist.
Je höher wir kommen, desto spektakulärer werden die Ausblicke. Nach 4,5 Stunden ab Pistenbeginn mit ausgiebigen Pausen für Fotos, Drohnenflüge und Kaffee erreichen wir Ushguli, wo wir einen aussichtsreichen Stellplatz oberhalb finden.
Die nächsten 2 Tage verbringen wir mit Dorfrundgängen, einer Wanderung zum Gletscher im Talende und Fachsimpeleien, da noch zwei weitere Varios (René und seine Freundin aus der Schweiz und Sebastian und Ellen aus Deutschland) von Mestia her hochkommen.

Etappe

(Route, Länder, Fakten)

»Balkan und Kaukasus

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